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Fake oder Fakt? Kostenlose Materialien zur Förderung der Medienkompetenz

Fake News begegnen deinen Schülerinnen und Schülern täglich – ob in sozialen Medien oder im persönlichen Umfeld. In unserer Serie zur Demokratiebildung zeigen wir dir, wie du sie gezielt für Desinformation, Manipulation und Verschwörungsmythen sensibilisieren kannst. Mit kostenlosen Unterrichtsmaterialien, einem digitalen Plakat und einer Checkliste stärkst du ihre Medienkompetenz nachhaltig.

Kriegspropaganda, Demagogie und gezielte Desinformationskampagnen: Mediale Lügen vergiften zunehmend unseren politischen Diskurs und gefährden damit unsere Demokratie. Wie könnt ihr eure Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, gesellschaftliche und politische Debatten faktenbasiert und kritisch einzuordnen?

Gezielte mediale Lügen sind kein modernes Phänomen. Schon die ersten gedruckten „Massenmedien“ – die Flugblätter zur Zeit der Reformation – diffamierten religiöse Gegner als Ausgeburten der Hölle. Im 20. Jahrhundert bedienten sich besonders die Nationalsozialisten der vollen Klaviatur von Propaganda und „Fake News“.  1939 inszenierte die SS z.B. einen Angriff auf den Sender Gleiwitz, um damit ihren verbrecherischen Einmarsch in Polen zu rechtfertigen. Mediale Täuschung ist also ein altbewährtes Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele, nur erreicht sie heute über soziale Medien einen viel größeren Adressatenkreis. Der von Donald Trump erfundene Wahlbetrug der US-Demokraten oder falsche Versprechungen von wirtschaftlichem Aufschwung durch den Brexit haben brandgefährliche politische Entwicklungen mit heute noch unvorhersehbaren Folgen in Gang gesetzt.

Auch in Deutschland nimmt die Verbreitung von „Fake News“ gefährliche Dimensionen an. Mediale Desinformationskampagnen gegen demokratische Politiker:innen, gegen wissenschaftliche Erkenntnisse und eine vielfältige und tolerante Gesellschaft rütteln an den Grundlagen unserer Demokratie. Antidemokratische Demagogen schüren mit Verleumdungen, Verzerrungen und Lügen Unzufriedenheit, ohne selbst auch nur ansatzweise Lösungen für gesellschaftliche Probleme anzubieten. Die davon ausgehende Empörungsspirale wird durch das unreflektierte Teilen solcher Inhalte und Positionen immer weiter verstärkt.

Digitales Plakat und Checkliste „Fake oder Fakt?“

Auch für viele Erwachsene ist es schwierig, Fakten und Lügen klar zu unterscheiden. Umso wichtiger ist es deshalb, Schüler:innen schon früh Hilfsmittel für eine kritische Analyse zur Verfügung zu stellen und damit ihre Medienkompetenz zu stärken. Für diesen Zweck haben wir ein digitales Plakat und eine Checkliste erstellt, die dabei unterstützen, konkrete Fälle von „Fake News“ kriterienorientiert zu entlarven.

Einbettung im Unterricht

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Dekonstruktion von „Fake News“ mithilfe der Checkliste in den Unterricht einzubauen.

Politik und Gemeinschaftskunde

  1. Tipp 1: Analysiert ein aktuelles, lehrplanrelevantes Beispiel nach den Kriterien der Checkliste. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass das gewählte Beispiel sich tatsächlich zweifelsfrei widerlegen lässt. Für den Politikunterricht finden sich auf verschiedenen Faktenchecker-Websites immer geeignete aktuelle Beispiele (s. z.B. Correctiv, DPA, Tagesschau, Volksverpetzer). Es kommt darauf an, nicht nur Falschbehauptungen zu widerlegen, sondern auch den Aufbau der Argumentation, die Wirkungsweise und -intention der Information zu analysieren. So können Lernende Manipulationsversuche auch dann erkennen, wenn Fakten nicht komplett verfälscht, sondern nur verzerrt werden.
  2. Tipp 2: Befragt Schüler:innen direkt nach Beispielen aus ihrem täglichen Medienkonsum. Stolpern sie manchmal über Posts und Nachrichten, die ihnen komisch vorkommen? Wann und warum werden sie misstrauisch? Gibt es konkrete Inhalte, die sie gerne überprüfen würden? An den gewählten Beispielen lässt sich in Kleingruppen dann erarbeiten, ob die behaupteten Zusammenhänge faktisch korrekt sind. Sind sie das nicht, wäre auch hier ein genauer Blick auf Ziel und Intention sowie eine Bewertung der Folgen solcher Falschinformationen sinnvoll.  Außerdem könnten Wege diskutiert werden, wie mit „Fake News“-Posts umgegangen werden kann. Sollte man sie teilen? Wann kann es sinnvoll sein, einen solchen Post zu kommentieren? Wann sollte man ihn melden oder sogar bei der Polizei anzeigen?

Geschichte

  1. Tipp 1: Nutzt die Checkliste auch als Unterstützung für die klassische  Quellenanalyse von Propagandamaterial (z.B. für Rechtfertigungen kolonialer Expansionspolitik, Kriegspropaganda oder der menschenfeindlichen nationalsozialistischen Ideologie).
  2. Tipp 2: Knüpft mit einem Exkurs in aktuelle Debatten an historische Themen an – sei es die Kontinuität von rassistischen oder antisemitischen Denkmustern und deren Verbreitung über „Fake News“ oder etwa Verschwörungsmythen. Wenn im Kontext gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktuelle rassistische, antimuslimische oder antisemitische Äußerungen behandelt werden, sollte allerdings besonders darauf geachtet werden, diese sehr kleinteilig faktisch zu dekonstruieren, um vorhandene Vorurteile nicht unabsichtlich zu verstärken. Außerdem ist gerade in heterogenen Klassen wichtig, dass einzelne Schüler:innen oder Schülergruppen nicht ohne ihr Einverständnis als „Betroffene“ menschenfeindlicher Propaganda in den Vordergrund der Diskussion gestellt werden.

Geographie

  1. Tipp 1: Für den Geographieunterricht eignet sich besonders die Widerlegung von „Fake News“ im Kontext des Klimawandels. Hierzu finden sich auf der Seite „Klimafakten“ eine Reihe interessanter Handreichungen. Auch bietet die Tagesschau zum Thema Desinformationen zum Klima sinnvolle Hintergründe.
  2. Tipp 2: Ein weiteres für den Geographieunterricht relevantes Feld, in dem Lügen und Hetze eine große Rolle spielen, ist Migration. Dazu bieten die Studien des European Policy Centers (leider nur auf Englisch) hilfreiche Hintergrundinformationen und Handlungsansätze.

Praxistipp: Unterrichtsvorbereitung digital + interaktiv mit „teachkit“

Im Blogbeitrag „Fake News: Medienkompetenz vermitteln mit teachkit“ findet ihr Informationen zu dem Produkt „teachkit: Fake News. Desinformation und Manipulation erkennen“, um digitale, interaktive on-demand Unterrichtseinheiten in der Sekundarstufe I und II vorzubereiten.

Fake News

Desinformation und Manipulation erkennen

Empfohlene Klassenstufen: 7–10, 11–13

Preis: € 24,95

Zum teachkit

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Über die Autorin

Vanessa Ther

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Ein Kommentar

  1. Monika Ecker 19. August 2024 um 18:29 Uhr - Antworten

    Dieses Thema ist von ganz großer Wichtigkeit, und zwar in allen Klassenstufen, um die Schüler wenigstens ansatzweise immun gegen Fake News und Desinformation zu machen. Leider erreicht man die `Härtefälle` aber kaum, da sie sich (in solchen Unterrichtsstunden) kaum zu Wort melden.

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