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Nationalversammlung 1919: Wie hättest du gewählt?

Mit dem Wahlkompass des Bundesarchivs für die Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 können sich Schülerinnen und Schüler in der Parteienlandschaft der Weimarer Republik verorten und zugleich die Limitationen eines solchen Experiments reflektieren.

Nationalversammlung 1919 Geschichtsunterricht

Nationalversammlung 1919: Aufnahme aus einem Wahllokal in der Bellevuestraße in Berlin; 19. Januar 1919.

Die Entscheidung für eine Wahl zur Nationalversammlung 1919 stellte die Weichen für die parlamentarische Demokratie in der Weimarer Republik. Der Wahlkompass des Bundesarchivs ermöglicht es Lernenden in der Oberstufe, sich multimedial mit den Positionen der verschiedenen Parteien auseinanderzusetzen. Die Website liefert darüber hinaus sinnvolle Hintergrundinformationen zur politischen Parteienlandschaft der Nachkriegszeit.

Indem sie ihre aus heutiger Sicht getroffene Wahlentscheidung mit Blick auf den historischen Kontext reflektieren, erhalten Lernende einen Einblick in die historische Alterität.

Mögliche Aufgaben:

  1. Skizzieren Sie, welche Themen bei der Wahl zur Nationalversammlung mit Blick auf Deutschlands Nachkriegssituation eine zentrale Rolle spielten.
  2. Positionieren Sie sich mit dem Wahlkompass zur Nationalversammlung in der Parteienlandschaft der Republik.
  3. Recherchieren Sie, für welche Werte die verschiedenen Parteien standen.
  4. Stellen Sie Ihr Wahlergebnis vor und vergleichen Sie das Ergebnis in Ihrem Kurs mit den tatsächlichen Ergebnissen der Nationalversammlung.
  5. Diskutieren Sie davon ausgehend, warum Sie heute vermutlich zu einem anderen Ergebnis gekommen sind als die Menschen 1919.

Möglicher Erwartungshorizont:

  1. Wirtschaftliche Not, Demobilisierung, Friedensbedingungen, Schuld am Zusammenbruch, öffentliche Ordnung, politische Mitbestimmung.
  2. Das Ergebnis hängt von den individuellen Entscheidungen der Lernenden ab.
  3. Einen Überblick über die Parteien der Weimarer Republik gibt es z.B. auf der Webseite des Bundestags.
  4. Es ist anzunehmen, dass der Anteil der Stimmen für antidemokratische Parteien heute geringer ist – im Unterrichtsgespräch sollten hier Unterschiede kontextualisiert und diskutiert werden.
  5. Es sollte adressiert werden, dass sich die politische Sozialisation nach dem Ersten Weltkrieg wesentlich von der heutigen unterschied: Der monarchistische Obrigkeitsstaat, die Kriegszensur, die Kriegserfahrung und die wesentlich rigidere Gesellschaftsstruktur prägten das Wahlverhalten der Menschen erheblich.
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Über die Autorin

Vanessa Ther

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