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Bundestagswahl 2025: Der Wahl-O-Mat im Unterricht

Mit dem Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung können sich Bürgerinnen und Bürger bereits seit 2002 im Parteienspektrum verorten. Gerade Erstwählerinnen und Erstwähler, aber auch jüngere Schülerinnen und Schüler stehen vor der Herausforderung, erst einmal eigene politische Meinungen und Überzeugungen zu entwickeln, um später eine versierte Wahlentscheidung treffen zu können.

Der Wahl-O-Mat umfasst insgesamt 38 Thesen, die mit den Wahlprogrammen der Parteien abgestimmt sind. Die Themen sind weit gestreut und reichen von der Frage, wie die Betreiber sozialer Netzwerke mit Desinformation auf ihren Plattformen umgehen sollen, über die Förderung von Windenergie bis hin zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung.

So funktioniert der Wahl-O-Mat

Bei jeder These klicken die User auf „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „These überspringen“. Im Nachhinein vergleichen sie sich mit den zur Wahl zugelassenen Parteien, die Übereinstimmung wird mithilfe eines Prozentwertes ausgedrückt.

Das Programm greift also Themen auf, die in der Gesellschaft kontrovers diskutiert werden und zugleich die Positionen einzelner Parteien möglichst deutlich erkennen lassen. Dementsprechend gibt es viele unterschiedliche Perspektiven und Meinungen und auch keine „richtigen“ oder „falschen“ Antworten.

Keine Wahlempfehlung im Unterricht

Im Unterricht kann das Tool eine Möglichkeit sein, die verschiedenen Sichtweisen zu betrachten und sich über sie auszutauschen. Wahlempfehlungen sind dabei gerade im Unterricht nicht das Ziel.

Entscheidungen pro oder kontra sind individuell und können im Geheimen stattfinden oder auch gemeinsam als Mehrheitsvotum im Klassenzimmer.

Das Ergebnis muss nicht kommentiert werden. Gleichwohl können die Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg ermutigt werden, sich näher mit den Programmen der Parteien und den eigenen Positionen auseinanderzusetzen. Auch eine kritische Betrachtung des Frage-Antwort-Tools bietet sich an.

Einbettung im Unterricht

Die Diskussionen und Meinungsbildung rund um die Bundestagswahl können gut als Einzel- oder als Doppelstunde realisiert werden. Hier findet ihr ein Gerüst für einen möglichen Aufbau:

Einstieg: Um was geht es?

  • Klärt kurz im Unterrichtsgespräch, was das Tool ist und wie es zustande kommt.
  • Vorangegangen kann eine Hausaufgabe sein, sich das Tool anzuschauen.
  • Die Schülerinnen und Schüler öffnen das Programm auf dem Handy oder/und am Smartboard.

Erarbeitung: Abstimmung

  • Alle Schülerinnen und Schüler bekommen eine oder mehrere Thesen zugeteilt. Ihr könnt beginnen und ebenfalls eine gewisse Anzahl an Thesen übernehmen. Der Reihe nach liest jeweils eine Person die These vor und moderiert bis zu drei Argumente pro/kontra/neutral aus dem Plenum.
  • Ihr steht für Verständnisfragen zur Verfügung.
  • Dann stimmt die Klasse ab, entweder geheim oder/und nach Handzeichen gemeinsam am Smartboard.

Ergebnis: Auswertung, Diskussion und eigene Meinungsbildung

  • Am Ende gibt es ein (vermutetes oder überraschendes) Ergebnis, das nicht im Sinne von „richtig“ oder „falsch“ kommentiert wird.
  • Ihr könnt die Schülerinnen und Schüler ermutigen, sich tiefer in die Begründungen der Parteien einzulesen, trotz des Mehrheitsvotums selbstständig abzuwägen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
  • Ihr könnt die Schülerinnen und Schüler anregen, sich kritisch mit dem Frage-Antwort-Tool auseinanderzusetzen, z. B.:
    – Werden alle Themen berücksichtigt, die die Menschen beschäftigen, oder „nur“ Themen, bei denen sich die Parteien am stärksten unterscheiden?
    – Kann man dem Ergebnis „blind“ vertrauen?
    – Welche Informationen kann ich zur eigenen Meinungsbildung noch heranziehen? Welche weiteren Entscheidungshilfen gibt es?
  • Ihr könnt die Schülerinnen und Schüler ermutigen, an der Juniorwahl in der Schule oder als Erstwählerinnen und Erstwähler an der Bundestagswahl teilzunehmen.
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Über die Autorin

Kathrin Liersch

Redakteurin Abteilung Gesellschaftswissenschaften beim Ernst Klett Verlag in Leipzig

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