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Unterrichtsimpuls: Effekte von Olympia & Co. mit dem Nachhaltigkeitsdreieck betrachten

Immer wieder sorgen sportliche Großereignisse wie Olympia oder Weltmeisterschaften für Schlagzeilen: Korruptionsvorwürfe bei Bewerbungen, tödliche Arbeitsbedingungen auf Baustellen oder fehlender Schnee aufgrund des Klimawandels. Zudem sind die notwendigen Baumaßnahmen mit enormen finanziellen Investitionen verbunden. Begründet werden sie meist mit dem Argument, dass ein solches Ereignis einen wirtschaftlichen Aufschwung auslöse. Aber ist dies tatsächlich so?

Das Nachhaltigkeitsdreieck als sinnvolle Methode

Um diese Frage im Unterricht zu behandeln und die Urteilsfähigkeit eurer Lernenden zu fördern, eignet sich das Arbeiten mit dem Nachhaltigkeitsdreieck. Damit können sich die Lernenden strukturiert und kritisch mit den wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen von sportlichen Großereignissen auseinandersetzen. Zur Einführung in die Methode sowie als Vorlage für die Arbeitsphase könnt ihr die folgende Vorlage nutzen:

Einbettung im Unterricht

Für einen lebensnahen Zugang tritt unsere (fiktive) Geographin Gisela Gletscher wieder in Aktion.

  • 1. Einstieg: Aktivierung
    Impulsfrage: Was bringen die Olympischen Spiele einem Land?
    – ggf. Vorstellung der Methodik Nachhaltigkeitsdreieck
  • 2. Erarbeitungsphase
    Rahmenszenario: Die Geographin Gisela Gletcher ist wieder unterwegs. Diesmal soll sie im Auftrag des Bürgermeisters ihrer Heimatstadt Gletscherhausen von den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina (Italien) berichten. Der Bürgermeister wünscht sich einen fundierten Artikel, der die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der Olympischen Spiele beleuchtet, denn Gletscherhausen überlegt, sich für zukünftige Winterspiele zu bewerben. Für ihren Artikel führt Gisela Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Bevölkerung sowie mit Menschen, die sich für den Umweltschutz engagieren.
  • Gruppenbildung: Teilt die Klasse in drei Gruppen auf: (1) Wirtschaftliche Dimension; (2) Soziale Dimension, (3) Ökologische Dimension.
  • Arbeitsblätter austeilen: Jede Schülerin/jeder Schüler erhält jeweils ein Arbeitsblatt zu der zugeteilten Dimension. Jedes Arbeitsblatt enthält Aussagen verschiedener fiktiver Personen. Diese Aussagen wurden auf Basis aktueller Quellen (siehe Liste unten) zu den Olympischen Winterspielen in Cortina verfasst. Zusätzlich erhalten alle das Arbeitsblatt mit der Blankovorlage des Nachhaltigkeitsdreiecks.
  • Arbeitsauftrag: Erarbeite aus den Materialien Argumente, Chancen, Risiken und mögliche Zielkonflikte für deine Dimension. Halte deine Ergebnisse im Nachhaltigkeitsdreieck fest.
  • 3. Austausch in Expertengruppen
    • Bildet nun mehrere Kleingruppen (je eine Person pro Dimension), um die Ergebnisse jeder Dimension zu besprechen und zusammenzuführen.
    • Am Ende hat jede Person ein vollständiges Nachhaltigkeitsdreieck.
  • 4. Sicherung im Plenum
    – Gemeinsames Sammeln der zentralen Erkenntnisse
    – Visualisierung eines großen Nachhaltigkeitsdreiecks mithilfe der PPT-Datei.
  • 5. Transfer: Hausaufgabe
    Verfasse den Artikel, mit dem Gisela Gletscher beauftragt wurde. Gehe dabei auf alle drei Dimensionen des Nachhaltigkeitsdreiecks ein und nutze die gesammelten Argumente. Schließe mit einer begründeten persönlichen Einschätzung ab, ob sich die Stadt Gletscherhausen für die Olympischen Winterspiele bewerben sollte.

Woraus resultieren wirtschaftliche Effekte?

Laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung kommt es durch sportliche Großereignisse zwar zu einer kurzfristigen Steigerung der regionalen Wirtschaftsleistung, doch das Ausmaß ist von zahlreichen Faktoren abhängig und häufig auf wenige Sektoren beschränkt. Entscheidend ist unter anderem, um welches Ereignis es sich handelt, wie groß es ist, wie viele

internationale Gäste anreisen und sogar, wie das Turnier verläuft. So wurde bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien ein besonders starker Zustrom von Touristen verzeichnet, unter anderem deshalb, weil das Nachbarland bis ins Finale vordrang. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie unvorhersehbar und teilweise zufallsabhängig wirtschaftliche Effekte sein können.

Welche Rolle spielen Verdrängungseffekte?

Zudem tritt häufig ein Verdrängungseffekt auf: Investitionen, die beispielsweise in den Bau von Stadien fließen, fehlen an anderen Stellen im öffentlichen Haushalt. Gleichzeitig werden andere touristische Bereiche verdrängt. Hotels sind zwar ausgebucht, jedoch vor allem durch Sportfans. Der oftmals zahlungskräftige Kongress- und Kulturtourismus bleibt aus. Bei Olympischen Winterspielen kommt hinzu, dass sie meist in der Hochsaison des Wintertourismus stattfinden.

Die Unterkünfte wären ohnehin ausgebucht gewesen. Es reisen also nicht zwingend mehr Touristen an, sondern schlichtweg andere. Langfristige wirtschaftliche Effekte sind ebenfalls umstritten. Zwar kann es im Veranstaltungszeitraum zu einem Konjunkturimpuls kommen, doch über das gesamte Jahr betrachtet relativieren schwächere Monate häufig den kurzfristigen Boom.

Welche positiven Auswirkungen gibt es?

Dennoch gibt es immer zwei Seiten der Medaille. Sportliche Großereignisse können positive Auswirkungen auf das internationale Image eines Landes haben. Sie können den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Identifikation

schaffen und die Lebenszufriedenheit der Bevölkerung steigern. Auch infrastrukturelle Verbesserungen wie im Nahverkehr können langfristig genutzt werden, wenn sie nachhaltig geplant sind.

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Über die Autorin

Lena Neye

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