Inge Lehmann ist vielen unbekannt. Doch sie revolutionierte unser Verständnis der Erdstruktur grundlegend. Lehmann wies 1936 die Existenz eines festen inneren Erdkerns nach und schrieb damit Geschichte. Durch ihre bahnbrechende Entdeckung wurde sie eine der herausragendsten Seismologinnen des 20. Jahrhunderts.
Leidenschaft Seismologie
Lehmann wurde am 13. Mai 1888 in Kopenhagen geboren. Ihre Bildung und wissenschaftliche Laufbahn waren außergewöhnlich. Sie besuchte eine fortschrittliche Privatschule in Kopenhagen, an der Jungen und Mädchen gleichbehandelt wurden und dieselben Inhalte lernten – ein Konzept, das seiner Zeit weit voraus war.
Lehmann nutzte die Möglichkeit, ihr Interesse an den Naturwissenschaften früh auszubauen. Und das in einer Epoche, in der Mädchen und Frauen oft vom Zugang zu naturwissenschaftlichen Fächern ausgeschlossen waren.
Nach dem Abitur studierte sie zunächst Mathematik in Kopenhagen und Cambridge. Lehmanns wahre Leidenschaft galt jedoch der Seismologie. So half sie beispielsweise beim Aufbau des seismologischen Observatoriums in Kopenhagen.


Inge Lehmann: Bahnbrechende Erkenntnisse in der Seismologie
Lehmann analysierte u.a. die Seismographendaten eines großen Erdbebens in Neuseeland. Dabei machte sie eine bahnbrechende Erkenntnis: Der Erdkern musste fest sein, nicht flüssig, wie bis dato angenommen. Außerdem entdeckte sie eine weitere Diskontinuität, also die plötzliche Veränderung von Eigenschaften eines Materials im Erdinneren. Diese trägt heute ihren Namen: Lehmann-Diskontinuität. Lehmanns Erkenntnisse sind die Basis für viele moderne seismische Untersuchungen und Modelle. Sie helfen dabei, Erdbeben besser zu verstehen und vorherzusagen. Dies ist ein entscheidender Faktor, um Erdbebenrisiken zu minimieren und Leben zu retten.
Einbettung im Unterricht – Inge Lehmann: eine Pionierin der Seismologie
Das Porträt von Inge Lehmann eignet sich für den thematischen Einstieg zum Aufbau der Erde sowie zu Erdbeben im Allgemeinen. Es können folgende Leitfragen mithilfe der externen Links beantwortet werden, welche unter anderem Erklärvideos enthalten:
- Wie ist unsere Erde aufgebaut?
https://www.youtube.com/watch?v=2Mv3eQtHPGk
- Wie und wo entstehen Erdbeben?
https://www.youtube.com/watch?v=qaofUrl5ry4
- Wie werden Erdbeben erfasst?
- Welche Erdbebenwellen gibt es?
https://www.eskp.de/en/basic-knowledge/natural-hazards/erfassung-von-erdbeben-935104/
- Als Weiterführung oder Abschluss des Themas kann die Lehrkraft auf die Internetseite GEOFON aufmerksam machen. Hier werden weltweite Erdbebendaten gesammelt, visualisiert und in Echtzeit zur Verfügung gestellt. So können die Lernenden aktuelle Erdbeben verfolgen. Die Internetseite wird vom Deutschen Geo-Forschungs-Zentrum (GFZ) betrieben. Die Lernenden suchen sich einzeln oder in Kleingruppen ein Erdbeben heraus und stellen dieses vor. Zudem wenden sie das zuvor erlangte Wissen an (wie und warum entstand das ausgewählte Erdbeben?).


Super, dass weibliche Wissenschaftlerinnen vorgestellt werden. Und man gleich für eine Berufsrichtung werben. Könnten Sie nicht auch mehr Biografien in den Lehrbüchern einbauen?
Vielen Dank für den Hinweis, wir werden schauen, wo und wie wir dies berücksichtigen können. Viele Grüße aus der Geo-Redaktion.