Gemeinsames Ziel ist es, euch konkrete Impulse, didaktisch aufbereitete Materialien und Workshop-Angebote zur Verfügung zu stellen, um journalistische Prinzipien und Nachrichtenkompetenz zeitgemäß zu vermitteln. Dabei bündeln wir unsere jeweiligen Stärken, indem wir didaktisches Know-How einerseits und ein bundesweites Netzwerk aus Medienschaffenden zusammenbringen. Wichtig dabei: Die Angebote sollen niedrigschwellig, einfach umsetzbar und gleichzeitig wirksam sein – darauf könnt ihr euch verlassen.
Nachrichtenkompetenz pur: Interview mit Journalismus macht Schule e.V.
Wer steht hinter Journalismus macht Schule? Und was treibt die Menschen, die sich hier engagieren, jeden Tag an? Das erfahrt ihr im nachfolgenden Interview mit Martin Spiewak, Bildungsjournalist bei der Zeit und Gründungsmitglied des Vereins.
Verena Schampaul: Wer oder was ist Journalismus macht Schule?
Martik Spiewak: Wir sind ein Verein, der sich dafür einsetzt, dass junge Menschen sich kompetent und faktenorientiert informieren und eine Meinung bilden. Wir glauben, dass sie diese Fähigkeit – wir nennen sie Informations- und Nachrichtenkompetenz – in der Schule lernen müssen. Sie sollten also wissen, wie das moderne Mediensystem funktioniert, wie man Desinformation (Fake News) und manipulative Algorithmen erkennt und wie man sich jenseits der eigenen TikTok-Instagramm-Filterblase informiert.
Wie kam es zu der Idee, den Verein zu gründen?
Die Medienwelt verändert sich schnell und fundamental; gerade junge Menschen kommunizieren anders und informieren sich anders als noch vor zehn oder zwanzig Jahren, ja selbst als vor fünf Jahren! Und zwar immer stärker über soziale Medien, Podcasts und Influencer und deutlich weniger über etablierte Medien. Das hat manche Vorteile, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. In erster Linie macht es sie anfällig für Manipulation aller Art, aber auch für politisches Desinteresse. Eine Reihe von Menschen aus den Medien, aber auch aus Schulen, der Bildungspolitik, der Wissenschaft und von anderen Institutionen wie Verlagen oder Stiftungen haben das erkannt und sind aktiv geworden. Irgendwann waren es so viele, dass wir gesagt haben: Wenn wir etwas erreichen wollen – in der Schule, in der Bildungspolitik –, dann müssen wir die Kräfte bündeln und uns zusammen tun.
„Wir glauben daran, dass junge Menschen Informations- und Nachrichtenkompetenz in der Schule lernen müssen.“
„Wir vermitteln auf Anfrage von Schulen Journalistinnen und Journalisten, die in die Klassen kommen.“
Für was steht Journalismus macht Schule? Welche Werte sind euch wichtig?
Im Grunde sehen wir unsere Arbeit als Teil der politischen Bildung. Denn – um es etwas pathetisch zu formulieren – ohne gut informierte Bürgerinnen und Bürger wird unsere Demokratie nur schwer überleben. Man sieht das in autoritären Systemen, aber auch in den USA, wo ein Großteil der Bürgerschaft nicht mehr durch einen faktenbasierten und professionellen Journalismus erreicht wird. Als zentrale Werte stehen wir für Professionalität und Neutralität: das heißt wir machen keine Werbung für irgendwelche Medien – und natürlich nicht für oder gegen irgendeine Partei.
Welche Angebote für Nachrichtenkompetenz in Schulen bietet der Verein jetzt schon an?
Unser Kernangebot sind Journalistenbesuche. Das heißt, wir vermitteln auf Anfrage von Schulen Journalistinnen und Journalisten, die in die Klassen kommen. Meist handelt es sich dabei um den Deutsch- oder Politikunterricht. Möglich ist es aber grundsätzlich in allen Fächern. Das ist oft eine Doppelstunde, manchmal aber auch ein ganzer Projekttag, meist ab der Jahrgangsstufe 8. Mitglieder bei uns, zum Beispiel die Lie Detectors, bieten aber auch schon Workshops ab der 5. Klasse an, die wir auf Nachfrage ebenso vermitteln. Daneben bieten wir Lehrkräfte-Fortbildungen für die Vermittlung von Informations- und Nachrichtenkompetenz an sowie kostenfreies Unterrichtsmaterial. Und wir machen politische Lobbyarbeit, um das Thema langfristig auch bei der Bildungspolitik zu verankern.
Wie kam es dazu, dass ihr den Ernst Klett Verlag kennengelernt habt?
Da wir eine Reihe von Lehrkräften in unserem Verein haben, wissen wir nicht nur um die zentrale Bedeutung von Bildungsmedien und Schulbüchern, sondern kennen natürlich auch den Klett-Verlag. Irgendwie kamen wir dann ins Gespräch mit David Klett, der unser Thema nicht nur sofort verstanden hat, sondern auch gleich gefragt hat, ob er helfen könne. Seit einigen Jahren sitzt Herr Klett nun im Kuratorium von JmS.
Was versprecht ihr euch, aber auch den Lehrkräften von der Zusammenarbeit mit Klett?
Wir vermitteln wie gesagt Journalistenbesuche, aber wir wissen natürlich, dass mit einer Doppelstunde einmal während der Schulzeit, das Thema nicht erschöpfend behandelt ist. Vielmehr müssen die Lehrkräfte das Thema selbst im Unterricht behandeln, zur Vor- und Nachbereitung solcher Einblicke in die Praxis, aber auch ohne Journalistenbesuche. Deshalb die Fortbildungen, deshalb das Unterrichtsmaterial. Und bei Klett sitzen natürlich die Profis für gutes Unterrichtsmaterial. Für uns ist die Kooperation also eine doppelte Chance: Die Zielgruppe der Lehrerschaft noch besser zu erreichen sowie die didaktische Qualität unserer Angebot zu verbessern.
„Für uns ist die Kooperation eine doppelte Chance: Die Zielgruppe der Lehrerschaft noch besser zu erreichen sowie die didaktische Qualität unserer Angebot zu verbessern.“
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