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Unterrichtsimpuls: Journalismus im Zeitalter von KI und Deepfakes

Seriöser Journalismus ist heute so wichtig für unsere Demokratie und gleichzeitig herausfordernd wie nie. Wie reagiert der Journalismus auf die aktuellen Entwicklungen durch KI und Deepfakes?

KI und Deepfakes sind eine disruptive Technologie. Sie verändern radikal und massiv die bekannten Abläufe und erzwingen eine Anpassung. Man spricht daher auch von einer Sprunginnovation (weil sich sehr viel sehr schnell gleichzeitig ändert). Diese Technologie ermöglicht in kurzer Zeit und kostengünstig die Produktion von medialen Inhalten, für die es vorher viel mehr Zeit, Ressourcen und (technische) Fähigkeiten gebraucht hat.

Weil dadurch unendlich viele mediale Inhalte entstehen und dabei die Grenzen zwischen Fiktion, Fake und Realität kaum mehr greifbar ist, braucht es klare Regeln: Die KI-generierten Inhalte müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Mensch muss in KI-Systemen immer als Kontroll-Instanz aktiv bleiben und bei Fehlern einschreiten (können). Dazu sagt man „human in the loop“.

Was dies konkret für den Journalismus, aber auch die Lernenden als Medienrezipienten bedeutet, könnt ihr im Rahmen der folgenden Doppelstunde erarbeiten.

Einstieg und Überblick

Präsentiert zu Beginn als Video via Beamer oder groß ausgedruckt als Screenshot folgenden TikTok-Inhalt:

Klärt zuerst mögliche Anmerkungen aus der Klasse und die Frage, ob die Lernenden den Inhalt korrekt zuordnen können. Erkennen sie, dass hier etwas nicht stimmt? Woran machen sie das fest? Wie könnten sie prüfen, ob das stimmt?

Solche Beispiele wie das gezeigte Video nennt man „Deepfakes“. Deepfakes sind Videos, Bilder oder Tonaufnahmen, die mit KI verändert oder sogar komplett frei erstellt wurden. Die Veränderungen lassen sich oft nur schwer erkennen. Das Ziel von Deepfakes ist es, andere Menschen durch falsche Behauptungen und verzerrt dargestellte Informationen auf eine falsche Fährte zu führen und zu verunsichern, indem z. B. Prominenten unwahre Aussagen in den Mund gelegt werden.

Erarbeitung: Deepfakes entlarven

Deepfakes sind im Journalismus ein besonderes Thema, denn um seiner wichtigen Aufgabe nachzukommen, die Menschen objektiv, sachlich und umfassend zu informieren, müssen Journalist:innen Deepfakes erkennen und dürfen vor allem keine Deepfakes verbreiten. Aber wie lassen sich Deepfakes entlarven?
Erinnert an die Einstiegsfragen zum Beispielvideo und sammelt an der Tafel, welche Strategien ihr zur Erkennung von Deepfakes schon kennt.

Unser Tipp: Nutzt dazu auch die Checkliste und das Plakat zum kostenlosen Download:

Anwendungsaufgaben (Gruppenarbeit)

Transfer: Wie ändert sich die Arbeit von Journalist:innen durch KI?

Mit diesem Hintergrundwissen könnt ihr jetzt mit eurer Klasse folgende Fragen diskutieren:

  • Wo ist der Einsatz von KI im Journalismus in Ordnung?
  • Wo sollten Journalist:innen aufpassen?
  • Wo braucht es unbedingt noch den Menschen?

Journalistische Redaktionen nutzen KI bereits in vielen Bereichen selbst. Dabei handelt es sich um „KI-Werkzeuge“ für die Arbeit hinter den Kulissen, z. B. um sich Inspiration zu holen, Texte zu übersetzen oder Transkripte von Interviews schneller anzufertigen. Außerdem ist es möglich, komplette Beiträge, also Text, Audio (wie Podcasts) und Video mithilfe von KI zu erstellen.

Andererseits kommt der Aufgabe des Faktenchecks eine immer wichtigere Rolle zu, gerade in Hinblick auf Deepfakes. Journalismus und Medienhäuser müssen mehr Zeit, Personal und technische Ressourcen aufbringen, um Inhalte zu überprüfen, Fakes zu erkennen und die Gründe für diese Einordnung schildern zu können. Dadurch entstehen auch neue Berufe in der Medienbranche: Prompting, Faktchecking und die Schnittstelle zwischen IT und Journalismus werden immer wichtigere Kompetenzen.

Fazit: KI kann eine nützliche Unterstützung für den Journalismus sein. Die finale Entscheidung, Kontrolle und Verantwortung für eine Veröffentlichung müssen aber immer bei den Personen selbst bleiben!

Abschluss

Es ist nicht immer einfach, Deepfakes und KI-Elemente zu erkennen, aber es gibt Strategien, mit denen man einfach und kritisch nachprüfen kann. Wir alle sind hier gefordert. Formuliert zum Abschluss Merksätze wie:

  • Wir bleiben immer wachsam, bevor wir online etwas teilen!
  • Jeder einzelne von uns hat Verantwortung für die Richtigkeit und Fairness der Inhalte, die wir veröffentlichen!
  • Journalismus ist wichtig, weil er professionell untersucht, welche Informationen stimmen und welche nicht.
  • Damit liefern uns journalistische Medien Orientierung und Informationen, die wir für unsere eigene Meinung nutzen können.
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Über den Autor

Autorenteam Schützender/Kunert/Graßl

Jonas Schützeneder (Professur für Digitalen Journalismus an der Universität der Bundeswehr München), Jessica Kunert (Juniorprofessur für Innovationen und Genderforschung im Journalismus an der Universität Mainz), Michael Graßl (Professur für Journalismus und digitale Innovation an der Hochschule Magdeburg-Stendal)

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