Vom 19.–23.9. fand in Frankfurt am Main der Deutsche Kongress für Geographie 2023 unter dem Motto „Planetary Futures“ statt. Die Geographie-Redaktion des Ernst Klett Verlags war dort und hat ein paar Highlights für euch zusammengefasst.
Highlights: Deutscher Kongress für Geographie – Kontroverse Zeiten erfordern kritisches Denken
Kontroverse Zeiten verlangen von Schüler:innen kritisches Denken und die Fähigkeit, auf Basis von zur Verfügung stehenden Informationen eigene Argumentationen zu entwickeln. Kimberley Hindmarsh von der Uni Köln stellte in diesem Zusammenhang in der Fachsitzung „Kritisches Denken“ die Ergebnisse einer Studie vor, in der Schüler:innen im Rahmen des Geographieunterrichts argumentative Texte zu einem Raumnutzungskonflikt – hier der Planung eines neuen Trainingsgeländes des 1. FC Köln – verfasst haben. Die dazugehörige Lerneinheit gibt es hier:
Verantwortung in der Klimakrise
Dietmar Mirkes (Aachen) machte in seinem Vortrag die Wichtigkeit „klimawandelbezogener Lobbyarbeit“ deutlich und stellte das Bildungsprojekt „Wir alle sind Zeugen – Menschen im Klimawandel“ vor. Die daraus entstandene Wanderausstellung dokumentiert Aussagen einzelner Klimawandelzeug:innen und unterlegt diese zusätzlich mit Daten, Grafiken und Karten. Dadurch soll ein Gefühl der Verantwortung und Solidarität erzeugt sowie das Wissen um individuelle und kollektive Verantwortung gestärkt werden. Die Materialien dieser Ausstellung sind auch unter folgendem Link abrufbar und können euch dabei helfen, Klimawandelfolgen mithilfe von authentischen Zeugenberichten in eurem Unterricht zu thematisieren:
Ein Beitrag der Uni Augsburg behandelte die Erforschung des Klimawandels in der eigenen Region. Hier entstand nach dem Ansatz des forschenden Lernens ein Leitfaden zu einem wissenschaftspropädeutischen Seminar der gymnasialen Oberstufe (sogenanntes W-Seminar). Weitere Informationen und die Vorabveröffentlichung des umfangreichen und auch außerhalb Bayern nutzbaren Manuals finden sich unter dem folgenden Link:
Innovative Unterrichtsideen
Zusammen mit dem Verband der Schulgeographie hat Klett im Rahmen des DKG auch die Preise des diesjährigen Geo-Innovativ-Wettbewerbs vergeben. Kevin Ruser erhielt für sein Escape Game durch europäische Nachhaltigkeitsprojekte den 2. Preis. Den ersten Preis gewann Tabea Borchers für ihr Unterrichts-Planspiel zur Lösung von Nutzungskonflikten in einer Küstenregion.
Auch außerhalb der prämierten Ideen wurden innovative Unterrichtsideen gesammelt. So entwickelten Forschende an der Uni Potsdam GeoBreakouts – also geographische Escape Games. Sie sind thematisch angebunden an die Nachhaltigkeitsziel und stellen die Verbindung von digitalen Lernumgebungen sowie haptischen Elementen dar. Weitere Informationen unter dem folgenden Link:
Highlights: Deutscher Kongress für Geographie – Bedeutung der Geographie
Ähnlich wie beim letzten DKG 2019 in Kiel war auch in Frankfurt wieder die Bedeutung des Schulfachs Geographie ein großes Thema.
Christian Wittlich von der Uni Bremen belegte in seinem Vortrag anhand der Analyse von Lehrplänen und Lehrmaterialien unterschiedlicher Fächer, dass die Geographie sowohl in Bezug auf Nachhaltigkeit als auch Klimawandel mit deutlichem Abstand die meisten Inhalte liefert. Dass die Geographie das Leitfach einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist, wurde somit auch empirisch noch einmal untermauert.
Rainer Mehren von der Uni Münster stellte in diesem Zusammenhang die Zwischenergebnisse der RoadMap-Initiative vor, die 2019 in Kiel ins Leben gerufen wurde um die Rolle der Geographie als Unterrichtsfach zu stärken. Neben den Ergebnissen einer Befragung zur Situation der Geographie in der Schule findet man auf der Website vieles zu der umfassenden Arbeit, die die Initiative in den letzten Jahren u.a. in Gesprächen mit Kultusministerien geleistet hat, sowie die „10 Forderungen für das Zukunftsfach Geographie“.
Die Stärkung des „schönsten aller Fächer, des Zukunfts- und Mutfachs“ (VdSG-Ehrenvorsitzender Karl-Walter Hoffmann in seinem Eröffnungsvortrag), dies machten sowohl Hoffmann als auch Mehren aber deutlich, bedarf auch zukünftig des Engagements aller Geograph:innen.

