Die US-amerikanische Geologin und Kartographin Marie Tharp leistete Großes. Sie zeichnete die erste Karte der Ozeanböden, entdeckte den Mittelatlantischen Rücken und das Rift Valley. Tharps Arbeit lieferte den Beweis für die Theorie der Plattentektonik. Grund genug, sie hier im Unterrichtsimpuls: Mittelatlantischer Rücken – entdeckt von Marie Tharp und in der Reihe GEO PERSONALITIES zu würdigen!
Marie Tharp nutzte ihre Chance auf Bildung
Marie Tharp ergriff ihre Chance auf Bildung und Forschungstätigkeit. Und das in einer Zeit, als dies in den USA für Frauen nicht vorgesehen war. Zunächst hatte die junge Frau 1943 ein Studium in Englisch und Musik abgeschlossen, auch wenn sie sich eigentlich für Naturwissenschaften interessierte. Doch ein Studium in diesem Bereich stand Frauen in den USA damals nicht offen – bis der Zweite Weltkrieg kam.
Zugang zu naturwissenschaftlicher Bildung
Geologen und Kartographen waren in den 1940ern in der US-amerikanischen Forschung und Industrie rar, denn sie dienten in der US-Armee. Um diesen Fachkräftemangel zu beheben, öffnete man Frauen Zugang zu naturwissenschaftlichen Studiengängen. Tharp war begeistert und absolvierte 1944 ein Kurzstudium in Geologie und Mathematik. Danach fand sie einen Job in der Ölindustrie, doch die Tätigkeit war wenig fordernd. Tharp kündigte 1948 und bewarb sich beim „Lamont-Doherty Earth Observatory“ der Columbia University, wo man sie als Kartographin einstellte.

Tharp und die Erkundung der Ozeanböden – Eine Forscherin am Schreibtisch
Am „Lamont“ kartierte Tharp mit ihrem Kollegen Bruce Heezen die weitgehend unbekannten Böden der Ozeane. Basis dafür waren Echolotdaten, die Heezen auf einem Forschungsschiff gewonnen hatte. Tharp selbst durfte nie an Bord gehen! Stattdessen wertete sie am Schreibtisch die Datenberge aus und zeichnete eine Reliefkarte des Meeresbodens. Dabei entdeckte sie den Mittelatlantischen Rücken und das darin verlaufende Rift Valley – eine Sensation!
Mittelatlantischer Rücken und Rift Valley – Marie Tharp und eine bahnbrechende Entdeckung
Tharp äußerte die Theorie, dass das Rift Valley durch die Spreizung des Ozeanbodens entstanden ist. Das wurde in der damals noch von Männern dominierten Welt der Geologie als „Girl Talk“ abgetan und Tharps Theorie nicht berücksichtigt. Doch diese forschte und publizierte unbeirrt weiter. Und sie sollte mit ihren Vermutungen Recht behalten, denn spätere Magnetfeldmessungen untermauerten ihre Theorie der Ozeanbodenspreizung.
Eine Weltkarte der Ozeanböden
Später kartografierte Tharp die weiteren mittelozeanischen Rücken. 1977 erschien ihre gemeinsam mit Heezen und dem Grafiker Heinrich Berann angefertigte Weltkarte der Ozeanböden. Aufgrund ihrer Arbeiten gilt Tharp heute als eine der wichtigsten Kartographinnen des 20. Jahrhunderts. Und hier geht es zu Tharps Karte der Ozeanböden:
Abb. links: Index-Karte für die Kartierung des Ozeanbodens durch Tharp und Heezen. Die Karte ist in die Abschnitte Antarktis, Arktischer Ozean, Atlantischer Ozean, Indischer Ozean, Pazifik und Weltmeere eingeteilt.

Once in a lifetime
Tharp selbst sagte über ihre Erforschung der Ozeanböden: „Ich stand vor einer leeren Leinwand, die es mit außergewöhnlichen Möglichkeiten zu füllen galt, einem faszinierenden Puzzle, das gelöst werden wollte. So eine Chance erhält man nur ein Mal im Leben – vielleicht sogar nur ein Mal in der Geschichte der Welt, ganz besonders als Frau in den 1940ern.“ Was für eine grandiose Leistung!
Unterrichtsimpuls: Mittelatlantischer Rücken und Marie Tharp – Einbettung im Unterricht
Die Beschäftigung mit Marie Tharp eignet sich als Unterrichtsimpuls zum Thema „Plattentektonik“.
- 1. Schritt: Die Schülerinnen und Schülern hören sich einen Podcast über das Leben von Marie Tharp und ihren Einfluss auf die Theorie der Plattentektonik an:
Wie Marie Tharp die Geologie revolutionierte
- 2. Schritt: Die Lernenden nähern sich dem Thema Plattentektonik über die Animation „Kontinentaldrift im Zeitraffer!“
Kontinentaldrift im Zeitraffer
über das Klett-Infoblatt Theorie der Kontinentalverschiebung (Plattentektonik)
- 3. Schritt: Im gemeinsamen Unterrichtsgespräch bzw. in Partner- oder Gruppenarbeit erörtern die Lernenden Maria Tharps Leistung und warum sie es als Forscherin in ihrer Zeit so schwer hatte, anerkannt zu werden.
- 4. Schritt: die Ergebnisse werden vorgestellt.
Quellen und Links – Unterrichtsimpuls: Mittelatlantischer Rücken und Marie Tharp
https://blogs.loc.gov/loc/2021/08/marie-tharp-mapping-the-ocean-floor/
https://www.brunel.net/de-de/blog/menschen/marie-tharp-pionierin-der-kontinentaldrift
https://www.akg-images.de/search/AQAAAAAA9f9NYXJpZSBUaGFycAAAAAABAJDpdgAANUbyAAI=
Zum Weiterlesen
Im Blogbeitrag „Naturereignisse (Teil 5/7): Erdbeben und Plattentektonik mit einem Erklärvideo im Unterricht erschließen“ gibt es weitere Anregungen zum Stichwort „Plattentektonik“ für euren Unterricht.


Danke für die schön aufbereiteten Informationen!