GeWi-im-Unterricht.de
Geschichte, Geographie, Politik und Wirtschaft

Neuer Würfel zu den Basiskonzepten der Geographie

Mit der Veröffentlichung der Bildungsstandards für die gymnasiale Oberstufe spielen die Basiskonzepte der Geographie eine noch zentralere Rolle. Die darin formulierten sechs Basiskonzepte werden im Folgenden in einer aktualisierten Würfelabbildung vorgestellt.

Warum Basiskonzepte?

Basiskonzepte sind ein Denkwerkzeug sowohl für Lernende als auch für Lehrkräfte, um systematisch mit der Vielfalt und Komplexität der Themen des Geographieunterrichts umzugehen. Wenden wir immer wieder diese Strategien als geographische Brille an, wenn wir einen neuen Gegenstand betrachten, dann hilft das ganz maßgeblich dabei, die Gegenstände und

Fragestellungen selbst tiefgreifender zu verstehen, ein geographisches Fachverständnis zu entwickeln – und geographisch denken zu lernen. Und zwar über mehrere Jahrgangsstufen hinweg, indem wir immer wieder (implizit und explizit) mit diesen Konzepten arbeiten, wodurch wir einen langfristigen Wissensaufbau fördern.

Welche Basiskonzepte sind zentral?

Seit den Bildungsstandards für die Sek. I (DGfG 2020) haben sich sechs Basiskonzepte der Geographie etabliert (siehe https://gewi-im-unterricht.de/die-basiskonzepte-der-geographie/ ). Im Zuge der Entwicklung der Bildungsstandards für die Oberstufe wurden die Basiskonzepte noch einmal überarbeitet.

  • Das (Mensch-Umwelt-)System gilt weiterhin als zentrales Basiskonzept der Geographie (in Abb. 1 dargestellt als Würfel-Grundform mit den beiden Teilsystemen).

Daneben bestehen nun die fünf weiteren Basiskonzepte, die unterschiedliche konkrete Perspektiven auf das Mensch-Umwelt-System erlauben.

  • Raummuster (im Wandel) mit den Teilkonzepten Struktur-Funktion-Entwicklung,
  • Maßstabsebenen/Maßstäblichkeit (von lokal bis global/planetar),
  • Raumverständnis (mit einem Verständnis vom materiellen und konstruierten Raum),
  • Nachhaltigkeitsviereck (mit den Dimensionen Ökologie, Ökonomie, Soziales, Politik)
  • sowie – neu dazugekommen – Macht (Deutungs- und Gestaltungsmacht) (Fögele 2016; DGfG 2024).

Die aktualisierte Darstellung des Würfels fasst nun diese sechs Basiskonzepte gemeinsam in einer schülernahen Abbildung zusammen.

Würfelmodell mit Beschriftungen zu Raumverständnis, Mensch-Umwelt-System, Nachhaltigkeitsviereck, Raummuster im Wandel und Maßstabsebenen in verschiedenen Farben und Symbolen

Zur Arbeit mit dem Würfelmodell/den Basiskonzepten

Basiskonzepte sind sowohl ein Instrument der Unterrichtsplanung für Lehrkräfte, als auch ein Ansatz für Lernende für eine möglichst eigenständige geographische Analyse von Lerngegenständen. Dazu ist eine sukzessive Einführung im Unterricht erforderlich.
Bspw. kann mit einzelnen Basiskonzepten zunächst implizit gearbeitet werden (indem z. B. ein Sachverhalt nacheinander auf verschiedenen Maßstabsebenen betrachtet wird), ehe dies schrittweise explizit gemacht wird (indem z.B. zunächst

offengelegt wird, dass hier ein räumliches “Hinein- und Hinauszoomen” erfolgt, was in einem dritten Schritt als typisch geographische Strategie, als Basiskonzept des Maßstabswechsels transparent gemacht wird).
Insb. geht es aber darum, Basiskonzepte als Instrument für die eigenständige Analyse einzuüben. Auch das Bewusstsein darüber, hier ein flexibel einsetzbares Instrument vorliegen zu haben, gehört zu den Zielsetzungen eines Unterrichts mit Basiskonzepten.

Basiskonzepte-Lernkarten zur Arbeit mit Basiskonzepten für Lernende

Gerade für die Anwendung von Basiskonzepten durch Lernende wie für das Kennenlernen der Basiskonzepte selbst können die Basiskonzepte-Lernkarten genutzt werden. Eine Aufgabe wie „Erkläre die Anordnung der Landschaftszonen mithilfe von Struktur und Funktion“ kann hierbei unterstützt durch die W-Fragen der Lernkarten eigenständig erarbeitet werden:

  • Struktur
    Leitfrage der Lernkarte:
    Was springt mir in der räumlichen Verteilung ins Auge? Welche räumlichen Muster bilden sich so?
    Skizzierte Analyse
    > Zonale Bänderung entlang der Breitenkreise, allerdings Abweichungen entsprechend der Topographie (insb. Gebirge, Kontinentalität, …)
  • Funktion
    Welcher Zusammenhang könnte das räumliche Muster erklären?
    > Einfluss der Geofaktoren Klima, Boden und Vegetation, ggf. resultierende Bewirtschaftbarkeit
  • Entwicklung:
    Wie könnte sich der Raum mittelfristig entwickeln?
    > mit Landnutzungs- und Klimawandel möglicherweise Verschiebungen der Bewirtschaftbarkeit etc.

Weitere Empfehlungen zum Thema:

Klett Fortbildungen:

Basiskonzepte in Lehrplänen und Bildungsstandards im Fach Geographie – Ansätze zur Förderung basiskonzeptionellen Verständnisses (11435)

Referent: Herr Prof. Dr. Janis Fögele
Datum: am 02.02.2026, 16:00–17:00 Uhr
Kursformat Online-Seminar

101 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.
Danke!

Über den Autor

Janis Prof. Dr. Fögele

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben