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Ehrenamt im Unterricht fördern – ein Beitrag zur Demokratiebildung

Der 5. Dezember ist der Tag des Ehrenamts. Gewürdigt werden sollen damit die rund 29 Millionen Menschen in Deutschland, die sich freiwillig und ohne Bezahlung für das Gemeinwohl engagieren. Anlass genug, sich mit dem Thema auch im GeWi- oder Politikunterricht auseinanderzusetzen.

Ehrenamt. Das klingt so wichtig und bedeutsam. Fragt man allerdings Jugendliche, was sie mit diesem Begriff verbinden, ergibt sich ein gemischtes Bild. Einerseits empfinden sie Ehrenämter als wichtig und verbinden diese mit einem unbestimmten Gefühl: „Das ist etwas ganz Tolles!“ oder „Das ist etwas, was gute Menschen machen!“ Andererseits klingen Ehrenämter nach viel Anstrengung ohne Gegenleistung.

Warum Ehrenamt im Unterricht?

Versucht man auf schulischer Ebene, einen verbindlichen Kontakt zu Ehrenämtern herzustellen, stößt man schnell auf Probleme. Ein Ehrenamt zu übernehmen, ist per Definition freiwillig. Eine Verpflichtung zum Ehrenamt klingt deshalb widersprüchlich und schwierig.

Aber gerade die aktive Ausübung einer Tätigkeit zum Wohle der Allgemeinheit kann eine sehr nützliche Erfahrung sein, bei der Jugendliche etwas über sich lernen. Auch entfalten Jugendliche in Ehrenämtern Fähigkeiten, die vielleicht bislang unentdeckt waren oder machen ganz schlicht die Erfahrung, etwas bewirken zu können.

Das ist besonders bedeutsam, wenn man bedenkt, dass Jugendliche in der Schule meist nur von theoretischen Möglichkeiten erfahren, etwas verändern zu können, und in politischen und gesellschaftlichen Strukturen, selbst in der Schule, oft überstimmt werden.

Ehrenamt als Augenöffner

Die Auseinandersetzung mit ehrenamtlichen Tätigkeiten könnte also ein Augenöffner zu mehr Engagement unter Jugendlichen sein. Fast die Hälfte aller Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren übt ein Ehrenamt aus. Viele engagieren sich in Sportvereinen, in der freiwilligen Feuerwehr, in Nachbarschaftsvereinen und Jugendclubs. Nicht immer ist ihnen bewusst, dass sie ein Ehrenamt ausüben und damit einen wertvollen Beitrag zu gesellschaftlichem Leben und für unsere Demokratie leisten.

Praxistipps für den Unterricht

Wenn es um das Engagement von Jugendlichen geht, ist es sinnvoll, zu Beginn mit euren Lerngruppen im Klassengespräch folgende Fragen zu erarbeiten:

  • Was ist ein Ehrenamt eigentlich?
  • Was macht ein Ehrenamt aus?
  • Warum entscheiden sich Menschen dafür?
  • Wer aus der Lerngruppe übernimmt ganz konkret dauerhaft oder temporär ehrenamtlich Aufgaben?

Nach dem Austausch könnt ihr zur Mystery-Methode (siehe Kopiervorlage) überleiten.

Tipps für die Mystery-Methode

Warum ist das Ehrenamt gesellschaftlich so wichtig? Und was hat das eigentlich mit Ehre zu tun? Diese Fragestellung steht im Zentrum der Mystery-Methode. Der Einstieg erfolgt über die Kopiervorlage mit der Vorstellung von Mia und ihrem Vater.

Nach dem Vorlesen der Szenerie tauchen die Schülerinnen und Schüler in die Informationen ein und suchen selbstständig nach Antworten. Ich empfehle die Bildung von Dreier- und Vierergruppen. In größeren Gruppen sind die Einzelnen oft zu wenig beteiligt. Die Einlesezeit kann etwas turbulent sein. Dann beginnen die ersten Teams, ihre Karten zu ordnen und auf dem Tisch auszubreiten.

Nach etwa 30 Minuten bitte ich die Teams, eine Antwort zu formulieren, die möglichst viele der gefundenen Informationen einbezieht. Schließlich stellen mehrere Gruppen ihre Antworten in der Klasse vor. Alternativ kann man auch die Karten auf Plakate kleben und beschriften lassen.

So kann es weitergehen

Mutigere Vorhaben könnten aus einem Wandertag eine gemeinschaftliche ehrenamtliche Tätigkeit machen. Oft finden sich in der Nachbarschaft Vereine, die sich darüber freuen, wenn eine Gruppe Schüler und Schülerinnen für Hilfsbedürftige Möbel zusammenbaut, einkaufen geht oder mit einer Seniorengruppe Karten spielt. Die Reflexion über diese Erfahrungen kann einen neuen Blick auf das Ehrenamt eröffnen und auf die eigenen Möglichkeiten, wirksam zu sein.

Fazit

Ehrenämter sind wertvoll für die Gesellschaft und unverzichtbar. Dies aufzuzeigen, kann ein lohnender Exkurs im Unterricht sein und darüber hinaus zur Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen beitragen.

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Über die Autorin

Swantje Becker

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Ein Kommentar

  1. Anja WR 14. Dezember 2024 um 17:43 Uhr - Antworten

    Vielen Dank! Ich kann ich gut Das Thema Lebensmittelverschwendung, Tafel und Ehrenamt verknüpfen!

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