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Debatte des Monats (06/25): Sollten Schulbesuche in KZ-Gedenkstätten Pflicht sein?

80 Jahre nach Kriegsende gibt es kaum noch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Nun stellt sich erneut die Frage, wie die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wachgehalten werden kann.

Zuletzt sprach sich Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) für Pflichtbesuche in Gedenkstätten aus. Die „Debatte des Monats“ knüpft an den aktuellen politischen Diskurs an. Viele finden, dass es nicht nur unsere moralische Pflicht ist, sich mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinanderzusetzen, sondern dass aus der Vergangenheit vor allem auch wertvolle Lehren für Gegenwart und Zukunft gezogen werden können. Aber laut einer Studie der Jewish Claims Conference, die im Januar 2025 erschien, haben zwölf Prozent der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland noch nichts vom Holocaust bzw. der Schoah gehört.

Es reicht offenbar nicht aus, dass die NS-Zeit und der Zweite Weltkrieg in allen Bundesländern und Schulformen verpflichtend behandelt werden. Zusätzliche Pflichtbesuche in Gedenkstätten, so die Hoffnung der Befürworter, könnten Geschichte noch konkreter vermitteln und dazu beitragen, Wissenslücken zu schließen und Verständnis und Toleranz zu fördern. Oder würde ein solcher Zwang bei jungen Menschen genau das Gegenteil bewirken?

Gedenkstätten besuchen? Wege zu einer gemeinsamen Entscheidung

Mit unserem Prioritäten- und Entscheidungsspiel in Kombination mit dem Medienmaterial von Buzzard können eure Schülerinnen und Schüler selbst Verantwortung für ihren Bildungsprozess übernehmen.

Die Methode ermöglicht eine Konsensfindung in der Gruppe sowie auf Ebene der Klasse, des Jahrgangs oder sogar der Schule. Nebenbei könnt ihr basisdemokratische Kompetenzen einüben: richtig streiten lernen, Argumente abwägen, Unstimmigkeiten zulassen, Prioritäten setzen, einen Konsens vertreten und Mehrheiten respektieren.

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Über die Autorin

Kathrin Liersch

Redakteurin Abteilung Gesellschaftswissenschaften beim Ernst Klett Verlag in Leipzig

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