EduBreakouts und historisches Lernen
Durchdacht eingesetzt, kann ein EduBreakout im Geschichtsunterricht unterschiedliche historische Kompetenzbereiche fördern: Es verknüpft spielerisch Fertig- und Fähigkeiten und unterstützt nachhaltig historisches Lernen. Aufgaben können z. B. sowohl vorhandenes historisches Sachwissen aktivieren (z. B. durch das Ordnen von Quellenschnipseln) als auch dazu auffordern, sich neues Wissen zu erschließen (z. B. über gezielte Online-Recherche oder Quellenarbeit). Gleichzeitig werden Methodenkompetenzen aufgebaut, indem analytische Verfahren bei der Interpretation von Karten und Quellen eingefordert werden. Schließlich erfolgt eine Förderung der Reflexions- und Urteilskompetenz indem der beim EduBreakout durchlaufene Erkenntnisprozess in einer Reflexionsphase gemeinsam mit den Lernenden rekonstruiert und beurteilt wird. Abhängig vom Themenschwerpunkt und den jeweiligen Settings sind EduBreakouts aufgrund ihrer Problem- und Praxisorientierung für die Lernenden sehr motivierend, weil sie sich aktiv, kooperativ und sinnhaft mit dem historischen Gegenstand auseinandersetzen.
Umsetzung im Geschichtsunterricht – so erstellst du dein eigenes EduBreakout
Bei der Planung kannst du dich an einer Unterrichtsstunde orientieren. Kläre zunächst die Lernziele und zu fördernden Kompetenzen. Als Ausgangspunkt für EduBreakouts bietet sich eine motivierende Rahmengeschichte an, die in einer historischen Situation verankert ist. Möchtest du bestimmte Rollen anlegen, sollen die Lernenden einer bestimmten Mission folgen? Überlege dir ein Narrativ mit dem du deine Klasse motivierst. Formuliere anschließend passende Leitfragen, die Bezüge zu Themen im Lehrplan haben: In der Sek. I etwa „Warum streiken die Arbeiter?“ (Themenfeld Industrialisierung), in der Sek. II „Was hat es mit der Emser Depesche auf sich?“.
Nun folgt die Detailarbeit: Möchtest du dein EduBreakout analog, digital oder hybrid anlegen? Welche fachlichen Rätsel passen zur Leitfrage? Welche Schlösser/Code-Mechaniken bieten sich an (physisch, QR, digitale Formulare)?
Erstelle dir zur besseren Übersicht eine Tabelle mit den Rätseln, der Kurzbeschreibung, dem Code und benötigten Hilfsmitteln. Die Struktur kann dabei linear (jede Lösung schaltet die nächste frei) oder verzweigt sein.
Je nach Zeitbudget können wenige Kernstationen (kompakt) oder eine verzweigte Anlage mit Side-Quests (vertiefend) umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass jede Aufgabe eine Funktion hat, dass das Narrativ/die Mission insgesamt fachlich stimmig bleibt und dass die abschließende Sicherung den historischen Erkenntnisprozess sichtbar macht.
Link-Tipps für eigene EduBreakouts
Um ein EduBreakout zu erstellen, gibt es zahlreiche Online-Tools und Tipps im Netz: Nicht nur einschlägige Blogs und Websites wie z. B. der Bundeszentrale für politische Bildung (Link: https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/343691/bildungshacks-tipps-fuer-escape-games-im-unterricht) bieten jeden Menge Ideen, sondern auch Communitys wie z. B das #instalehrerzimmer auf Instagram. Darüber hinaus können bei der Erstellung eigener EduBreakouts u. a. folgende Tools nützlich sein:
- Canva: Eine online Anwendung, um u. a. interaktive Inhalte zu erstellen.
- Genially: Browserbasierte Anwendung, um interaktive Inhalte zu erstellen. Bietet viele Templates für u. a. EduBreakouts.
- Google-Forms/Microsoft-Forms: Tools, um beispielsweise digitale Schlösser zu erstellen. Exemplarisch zeige ich hier, wie man mit Google-Forms ein EduBreakout erstellen kann: https://www.youtube.com/watch?v=F_6eyCy3VeE&ab_channel=HerrMeier
- H5P: Freie und offene Software, um interaktive Online-Anwendungen zu erstellen, wie z. B. Quiz, Lückentexte o. ä.
- LearningApps: Es können vorhandene LearningApps verwendet werden oder du erstellst selbst eine thematisch passende. Die LearningApps können so arrangiert werden, dass nach der erfolgreichen Lösung die Schülerinnen und Schüler einen Code oder Link bekommen, um zum nächsten Rätsel zu gelangen.


Hinterlasse einen Kommentar