Mission 1929
In Mission 1929 können sich Schülerinnen und Schüler mit den letzten Jahren der Weimarer Republik auseinandersetzen. Das kostenlose Browsergame, entwickelt von der Agentur Pfeffermind im Auftrag des Weimarer Republik e. V., versetzt die Lernenden in die Rolle der jungen Journalistin Eva Neumann. In virtuellen Gesprächen mit unterschiedlichen Figuren und durch die Analyse von Plakaten, Briefen oder Audioaufnahmen recherchieren sie, welche Faktoren zwischen 1919 und 1933 zur Zerstörung der ersten deutschen Demokratie beitrugen. Ziel ist es, aus den gesammelten Informationen Flugblätter zu verfassen, um Mitmenschen von der Bedeutung der Demokratie zu überzeugen.
Methodisch wertvoll ist hier besonders die Auseinandersetzung mit den Quellen: Informationen müssen kritisch geprüft, aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und inhaltlich gewichtet werden. Am Ende des Spiels steht das Kalenderblatt vom 23. März 1933 mit dem Originalton der Rede von Otto Wels – ein eindrucksvolles historisches Dokument, das die Bedeutung der eigenen Spielentscheidungen reflektieren lässt. Für Lehrkräfte gibt es umfangreiche Handreichungen mit Unterrichtsvorschlägen, Arbeitsblättern und Lösungen. Der niederschwellige Einstieg und die Gestaltung des Spiels eignet sich besonders für den Einsatz in der Sekundarstufe I.
Das Wichtigste im Überblick:
- Zugang: Mission 1929 – Das Online-Game zur Weimarer Republik
- Kostenloses Browsergame zur Weimarer Republik
- Initiator: Weimarer Republik e. V. (Haus der Weimarer Republik – Forum für Demokratie)
- Entwickler: Pfeffermind, gefördert von BKM und Kulturstiftung des Bundes
- Erscheinungsjahr: 2023
- Spieldauer: ca. 60 Minuten, Einzel- oder Gruppenmodus
- Zielgruppe: Klassen 9–10
- Zusatzmaterialien: Handreichung für Lehrkräfte mit Entwürfen, Quellen und Kopiervorlagen
Friedrich Ebert – Der Weg zur Demokratie
Das kostenlose Browsergame Friedrich Ebert – Der Weg zur Demokratie, entwickelt von der Agentur Playing History im Auftrag der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, begleitet den politischen Lebensweg Eberts von 1900 bis zu seinem Tod 1925. Die Schülerinnen und Schüler sitzen dabei an Eberts Schreibtisch und öffnen (fiktive!) Briefe mit Ereigniskarten, die verschiedene gesellschaftliche Gruppen repräsentieren. Durch das Ausspielen der Karten entfalten sich historische Entwicklungen – vom Kaiserreich über den Ersten Weltkrieg bis hin zur Weimarer Republik. Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Gruppen zu wahren und zugleich Eberts politische Ziele voranzubringen.
Didaktisch bietet das Spiel große Chancen: Es verbindet Personen- und Strukturgeschichte, verdeutlicht politische Handlungsspielräume und macht Dilemmata erfahrbar. Neben einem in das Spiel integrierten Tutorial gibt es eine Handreichung mit Unterrichtsentwürfen, Originalquellen und Kopiervorlagen. Da das Spiel an vielen Stellen Vor- bzw. Kontextwissen voraussetzt, eignet es sich eher für den Einsatz in der Sekundarstufe II.
Das Wichtigste im Überblick:
- Zugang: Friedrich Ebert – Der Weg zur Demokratie
- Kostenloses Browsergame über Friedrich Ebert
- Initiator: Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg
- Entwickler: Playing History, gefördert von BKM
- Erscheinungsjahr: 2023
- Spieldauer: ca. 90–120 Minuten
- Zielgruppe: Klassen 11–13
- Spielstruktur: vier Kapitel (Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Revolution, Weimarer Republik)
- Materialien: Tutorial im Spiel, Handreichungen mit Unterrichtsentwürfen, Kopiervorlagen und Quellen
Unterrichtsimpuls I: Mission 1929 – Die Weimarer Republik im Online-Game (Sekundarstufe I)
Zielgruppe: Klassen 9–10
Thema: Weimarer Republik – Demokratie in Gefahr
Umfang: 2 Unterrichtsstunden (90 Minuten)
Lernziele:
Die Schülerinnen und Schüler
- lernen zentrale Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik,
- üben Quellenkritik und Perspektivwechsel,
- reflektieren Bezüge zur heutigen Demokratie,
- beurteilen den Mehrwert des Spiels für den Geschichtsunterricht bzw. die Vermittlung historischer Kompetenzen.
1. Einstieg (10 Min.)
- Kurze Bildimpulse (z. B. Wahlplakat aus den 1920er-Jahren) oder Audioauszug aus einer Rede
- Sammeln erster Eindrücke: Vor welchen Herausforderungen standen die Menschen in der Weimarer Republik?
2. Spielphase (45–50 Min.)
- Schülerinnen und Schüler spielen Mission 1929 einzeln oder in Kleingruppen.
- Arbeitsauftrag: Notiert zentrale Faktoren, die zur Gefährdung der Demokratie beitrugen, und Quellen, die ihr untersucht habt.
3. Sicherung & Auswertung (20 Min.)
- Gemeinsame Sammlung der im Spiel erarbeiteten Faktoren (z. B. politische Radikalisierung, wirtschaftliche Krisen, autoritäre Strömungen).
- Diskussion: Welche Parallelen lassen sich zur heutigen Demokratie ziehen?
4. Reflexion (10 Min.)
- Austausch über das Spiel bzw. Diskussion über dessen Eignung für den Geschichtsunterricht
Unterrichtsimpuls II: Friedrich Ebert – Die Weimarer Republik im Online-Game (Sekundarstufe II)
Zielgruppe: Klassen 11–13
Thema: Demokratie und politische Handlungsspielräume in der Weimarer Republik
Umfang: 2 Unterrichtsstunden (90 Minuten)
Lernziele:
Die Schülerinnen und Schüler
- kennen zentrale Stationen in Eberts politischem Leben (Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Revolution, Weimarer Republik),
- analysieren die gesellschaftlichen Konflikte und Dilemmata, mit denen Politiker wie Ebert konfrontiert waren,
- bewerten politische Entscheidungen im historischen Kontext,
- beurteilen den Mehrwert des Spiels für den Geschichtsunterricht bzw. für die Vermittlung historischer Kompetenzen.
1. Einstieg (10 Min.)
- Kurze historische Kontextualisierung durch die Lehrkraft: Gesellschaftliche Lage Deutschlands 1900–1925, Rolle Friedrich Eberts
- Leitfrage an die Schülerinnen und Schüler: Welche Interessenkonflikte bestanden zwischen Gesellschaftsgruppen in der Weimarer Republik?
2. Spielphase (50 Min.)
- Schülerinnen und Schüler spielen das Spiel einzeln oder zu zweit.
- Arbeitsaufträge:
- Dokumentieren Sie die wichtigsten Entscheidungen Eberts und deren Auswirkungen auf verschiedene Gruppen.
- Reflexion: Welche Faktoren erschwerten politische Entscheidungen? Welche Handlungsspielräume hatten die Akteure?
3. Sicherung und Auswertung (20 Min.)
- Plenumsdiskussion: Welche Interessenkonflikte sind besonders sichtbar geworden?
- Reflexion über den Einsatz des Spiels im Unterricht:
- Bewerten Sie die Darstellung der historischen Ereignisse im Spiel im Vergleich zu klassischen Quellen.
- Beurteilen Sie die Grenzen des Spiels im Hinblick auf historische Tiefe und Quellen.
4. Abschluss und Transfer (10 Min.)
- Plenumsdiskussion: Welche Lehren aus Eberts Entscheidungen lassen sich auf heutige demokratische Prozesse übertragen?


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