Kontext und Hintergrund
In den Jahren 1946/47 standen die USA vor schwierigen Entscheidungen, die unsere Welt über viele Jahrzehnte geprägt haben: Was sollte nach dem Zweiten Weltkrieg mit Europa geschehen? Wie sollte die neue Supermacht USA mit der Sowjetunion – gestern noch Verbündeter gegen Hitler, heute gefährlicher Rivale – umgehen? Das Planspiel „Red Zone“ der Universität Bonn und der Friedrich Stiftung für den Geschichtsunterricht in der Oberstufe lädt Schülerinnen und Schüler auf eine Zeitreise in das Washington der Nachkriegszeit ein.
Damals gab es in den USA unterschiedliche Strategielager – von isolationistischen Tendenzen bis zu Verfechtern der Containment-Politik, die auf Härte gegenüber der Sowjetunion abzielten. Im Planspiel sind es die Schülerinnen und Schüler, die sich im State Department der USA beraten. Gestützt auf Originalquellen jener Zeit eignen sie sich die Argumente der drei wichtigsten US-amerikanischen Denker George F. Kennan, Walter Lippman und Henry A. Wallace an. Gemeinsam erarbeiten sie eine Handlungsempfehlung für Präsident Harry S. Truman.
Einbettung im Unterricht
Das Planspiel „Red Zone“ eignet sich für einen Projekttag oder für den normalen Unterricht (fünf Unterrichtsstunden) und kann im Klassenzimmer gespielt werden. Bei reduzierter Quellenauswahl und reduziertem Aufgabenumfang ist auch eine Umsetzung mit geringerem Zeiteinsatz denkbar.
Da die Quellen im englischen Original und in deutscher Übersetzung vorliegen, eignet sich das Material auch für den bilingualen Geschichtsunterricht.
Material und Aufgaben
Für „Red Zone“ haben Prof. Peter Geiss und Victor Söll von der Universität Bonn in Kooperation mit der Friedrich Stiftung umfangreiches Material erstellt:
- Eine zweiseitige Erläuterung zum Planspiel für die Lehrkräfte
- Materialdossiers zu den drei US-Vordenkern George F. Kennan, Walter Lippmann und Henry A. Wallace, basierend auf sorgfältig ausgewählten, übersetzten und editierten Originaldokumenten
- Ein kurzes Lexikon der wichtigsten Begriffe jener Zeit
Optional können die Unterlagen ergänzt werden durch:
- Eine Sammlung zusätzlicher Quellen.
- Einen Begleitfilm (zehn Minuten), der eine 11. Klasse beim Spielen von „Red Zone“ zeigt und viele nützliche Hinweise für Lehrkräfte enthält.
- Einen Podcast mit dem Planspiel-Autor Prof. Peter Geiss, der strategisches Denken und seine Rolle im Fach Geschichte erklärt.
Alle Unterlagen sind kostenfrei erhältlich unter:
https://erhard-friedrich-stiftung.de/generation_zukunft_strategisches_denken/
Sie können heruntergeladen, angepasst, kopiert und weitergeleitet, aber nicht kommerziell verwertet werden (es gelten die Regelungen nach Lizenz CC BY-NC 4.0).
Ziel
Das Planspiel „Red Zone“ zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern – ausgehend von einem historischen Entscheidungsszenario – einen Einstieg in das strategische Denken zu ermöglichen. Es vermittelt den Teilnehmenden ein tieferes Verständnis für die Rolle von Werten, Interessen und Abwägungen in außen- und sicherheitspolitischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen. Damit trägt es zur Förderung ihrer Reflexions- und Handlungsfähigkeit in der Demokratie bei, ohne inhaltliche Positionierungen vorzugeben.
Erwartungshorizont
- „Red Zone“ fordert Schülerinnen und Schüler in ihrer Kommunikations-, Argumentations- und Kompromissfähigkeit. Sie eignen sich einen zunächst fremden Standpunkt an, tragen diesen möglichst überzeugend vor und verständigen sich dann im Klassenverband auf eine gemeinsame Handlungsempfehlung.
- In dem Spiel üben die Jugendlichen strategische Denkweisen ein – eine zentrale Voraussetzung für die Urteilsbildung und demokratische Teilhabe.
- In der Reflexionsphase bespricht die Lerngruppe die Unterschiede zwischen ihrem eigenen Strategievorschlag und der historischen Realität.
- Zum Abschluss diskutieren die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Reaktionen auf das Spiel und die vorgenommene Perspektivübernahme.
Die Friedrich Stiftung verfolgt keinerlei parteipolitische oder kommerzielle Zwecke. Das Spiel entstand im Rahmen des Projekts „Generation Zukunft: Strategisches Denken“.
Hier findet ihr ein weiteres spannendes Planspiel zur Demokratiebildung: Janus 11


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