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Unterrichtsimpuls: Die Frankfurter Küche – die erste Einbauküche der Welt

Im Verlauf der Zweiten Industriellen Revolution hielt die Moderne Einzug auch in die Privathaushalte. Ein Musterbeispiel ist die 1926 von der österreichischen Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entwickelte Frankfurter Küche, die erste Einbauküche der Welt.

Die erste Einbauküche der Welt

Die Frankfurter Küche war die erste standardisierte Einbauküche der Welt. Sie wurde 1926 im Auftrag der Stadt Frankfurt von der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entworfen und fand Einsatz im städtischen Wohnungsbau. Hausarbeit sollte rationaler und dadurch leichter werden.

Eine „kleine“ Erfindung – vielfältige Bezüge

Das Konzept ist ein interessantes Beispiel für den Versuch, Prinzipien der industriellen Rationalität auch in der Privatsphäre Geltung zu verschaffen. Hier können verschiedenen Veränderungen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert thematisiert werden:

  • Die Veränderung der Wohnverhältnisse und des Familienlebens.
  • Die Notwendigkeit, auch Versorgungsarbeit zunehmend unter der Bedingung knapper (Care-) Arbeitszeit zu rationalisieren.
  • Ein neues Staats- und Politikverständnis, das offen war gegenüber groß angelegten „sozialen Versuchen“.
  • Das angesichts all dieser Veränderungen doch recht stabil bleibende Geschlechterverhältnis in Bezug v.a. auf Versorgungsarbeit.

Einbettung im Unterricht

Unterrichtsidee mit drei Phasen:

  • Einstieg:
    Die Schülerinnen und Schüler recherchieren Grundinformationen zur Zweiten Industriellen Revolution und zur Frankfurter Küche (je nach Stand der Lerngruppe).
  • Erarbeitung:
    Die Schülerinnen und Schüler schauen den Film „Die Frankfurter Küche“ an (etwa 8 Minuten). Der Stummfilm ist eine zeitgenössische Quelle und stellt das Konzept im Vergleich mit damals herkömmlichen Küchen umfassend vor.
  • Sicherung:
    Die Schülerinnen und Schüler diskutieren das im Konzept erkennbare Zusammentreffen von gesellschaftlichem Druck auf die hausarbeitenden Frauen und dem Versuch rationaler Entlastung.

Die Frankfurter Küche eignet sich hervorragend, um verschiedene gesellschaftliche Veränderungen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu verdeutlichen. Anknüpfungspunkte wären hier vor allem Veränderungen in der Erwerbsbevölkerung, Wohnsituation/Wohnraumknappheit, staatliche Sozialpolitik. Innerhalb eines Längsschnittes z.B. zum Thema Frauen kann die Einheit auch im Kontext Doppelbelastung Lohn-/Hausarbeit eingesetzt werden.
Zeitbedarf: Eine Doppelstunde (ohne Zusatzaufgabe).

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Über den Autor

Mathias Wiards

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