
Wenige Tage nach dem
13. August 1961 verstärkte die amerikanische Militärpolizei ihre Präsenz an der Sektorengrenze zu Ost-Berlin.
Das Foto wurde in der Nähe der Friedrichstraße, in Berlin Mitte, aufgenommen.
Der Mauerbau in zeitgenössischen Fernsehaufnahmen
Eine spannende Zusammenstellung von zeitgenössischen Dokumentarfilmaufnahmen bietet der Rundfunk Berlin-Brandenburg an. Es handelt sich um kurze Nachrichtenausschnitte des DDR- und des Westfernsehens, die mit einem nachträglichen Audiokommentar versehen worden sind. Allein zum Thema „Mauer“ findet sich eine zweistellige Anzahl von Ausschnitten. Auch wenn das Verhältnis von Originalton und nachträglicher Kommentierung manchmal etwas undeutlich bleibt, lohnt sich das Anschauen in jedem Fall. Das Material umfasst die Jahre 1961 bis 1990; die Ausschnitte stellen nicht nur politische, sondern auch kulturelle und ökonomische Themen dar. Die chronologische Anordnung ermöglicht es, Geschehnisse in BRD und DDR parallel zu erarbeiten.
Einbettung im Unterricht
Diese Dokumentarfilme können als Vorbereitung eines Berlin-Besuches oder als Einstieg in das Thema „Berliner Mauer“ genutzt werden. Aufgabe könnte sein, aus dem Gesamtfundus der zahlreichen, recht kurzen Ausschnitte eine „Zeitleiste zur Geschichte der Berliner Mauer“ zu erarbeiten. Da die Filme anhand von Jahreszahlen angeordnet sind, kann diese Aufgabe auch auf „Mauerbau“ oder „Maueröffnung“ beschränkt werden, wenn der Zeitraum vorher entsprechend definiert wird.
Zeitzeugen zur „Mauer“
Informationen und Interpretationen aus erster Hand will das „Zeitzeugenbüro“ vermitteln. Auf dessen Internetseite kann man Zeitzeuginnen und Zeitzeugen suchen, die bereit für Interviews oder Schulbesuche sind. Eine Recherche ist sowohl nach thematischen Schwerpunkten möglich als auch nach Region; die Zeitzeugen sind fast über das ganze Bundesgebiet verteilt. Allein zu den Themen „Mauerbau“ und „Mauerfall“ finden sich bundesweit etwa 80 Zeitzeugen, die bereit sind Auskunft zu geben.
Zwei Schwierigkeiten fallen auf, wenn man die Internetseite durchstöbert:
Zum einen überwiegen Zeuginnen und Zeugen, die mit dem DDR-Regime gebrochen haben; Menschen, die der Politik insgesamt fernstanden, oder auch solche, die (vergeblich) versucht haben, den Kurs der Partei bzw. der Politik zu verändern, kommen kaum vor. Eine Befragung von Zeitzeugen sollte auch deshalb immer eingebettet sein in eine multiperspektivische Behandlung des Themas.
Zum anderen fällt auf, dass bereits zahlreiche frühere Mitarbeitende verstorben sind. Einen persönlichen Kontakt herzustellen, wird also zunehmend schwerer. Dies sollte ein zusätzlicher Anreiz sein, diesen Service bald zu nutzen!
Einbettung im Unterricht
Was der Mauerbau für die betroffenen Menschen bedeutete, vor allem für solche, die enge Verwandte auf der dann anderen Seite der Grenze hatten, ist anhand von Text- und Bildquellen allein kaum zu erarbeiten.
Um diese Zeitzeugen gewinnbringend befragen zu können, ist es sinnvoll, sie erst nach einer ersten Erarbeitungsphase in den Unterricht einzuladen. Auch ist ihre Perspektive selbstverständlich nie objektiv, sondern muss von den Schülerinnen und Schülern eingeordnet werden können. Grundkenntnisse zur Geschichte des Mauerbaus und der Interessenlage der beteiligten Akteure sollten daher vor einer Einladung vorhanden sein. Da auch in Berlin viele Beteiligte des Zeitzeugenbüros zur Verfügung stehen, erhöht ein Besuch vor Ort die Zahl der in Frage kommenden Zeuginnen und Zeugen.
Spuren der Berliner Mauer digital erkunden
Die Stiftung Berliner Mauer hat ein Online-Portal eröffnet, das sich gut zur Vorbereitung und Begleitung einer Exkursion in Berlin eignet. Auf einer digitalen Karte des ehemaligen Grenzverlaufs rund um Berlin dokumentiert es noch vorhandene Grenzspuren.
Nutzerinnen und Nutzer können mit der Karte recherchieren und Spuren sowie Reste der Mauer entlang des alten Grenzverlaufs entdecken. Über einen Zeitstrahl lassen sich digital die Veränderungen und das Verschwinden der Spuren beobachten. Die Schülerinnen und Schüler können sich auch an der Weiterentwicklung des Portals beteiligen, indem sie eigene Bilder und Informationen zu Relikten des Mauerstreifens hochladen, die sie vor Ort entdeckt haben.
Einbettung im Unterricht
Das Online-Portal ist auch mit dem Handy und daher während eines Berlin-Besuches nutzbar. Gerade ältere Schülerinnen und Schüler, die sich in Kleingruppen allein durch die Stadt bewegen, können arbeitsteilig Abschnitten des früheren Grenzverlaufs folgen und Spuren dokumentieren. Verbunden werden kann dies mit Kurzinterviews von Anwohnerinnen und Anwohnern vor Ort: Hier sollte im Unterricht ein Kurzfragebogen entwickelt werden, der den Fokus darauf legt, inwieweit die Befragten individuell von den Auswirkungen des Mauerbaus betroffen waren.

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