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Nichts vergessen: Erinnern an den Zweiten Weltkrieg

Die Demokratie steht unter Druck – weltweit, in Europa, und auch in Deutschland. Dabei zeigt sich: Erinnerung ist kein Selbstläufer, sie muss aktiv wachgehalten werden – zum Beispiel am 8. Mai, an dem sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung von der NS-Diktatur zum 80. Mal jähren.

Rechtskonservative und rechtsextreme Parteien erstarken in vielen Ländern und verändern zunehmend den politischen Diskurs. Das betrifft auch die Erinnerungspolitik an den Nationalsozialismus. Sie wurde in Deutschland über Jahrzehnte erstritten und ist unter den demokratischen Parteien Konsens. Doch Parteien wie die AfD stellen die bisherige Erinnerungspolitik infrage und jüngste Umfragen in der Bevölkerung deuten darauf hin, dass der Ruf nach einem „Schlussstrich“ unter die Erinnerung wieder populärer wird.

Erinnerung(en) an den Zweiten Weltkrieg und seine Schrecken wachhalten

Um ein Verständnis für die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf aktuelle gesellschaftliche Debatten zu entwickeln, ist die Beschäftigung mit der Erinnerungskultur im Kontext des Zweiten Weltkriegs unablässig. Ihr fördert im Geschichtsunterricht bei euren Schülerinnen und Schülern damit nicht nur das Bewusstsein für die Schrecken des Krieges, sondern auch für die Bedeutung von Frieden, Toleranz und Menschenrechten. Im Sinne der Demokratiebildung können Impulse entstehen, sich aktiv gegen Diskriminierung und Gewalt einzusetzen.

Die folgenden Internettipps geben euch eine kleine Auswahl für die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema im Unterricht. Ihr könnt sie in den unten vorgeschlagenen Unterrichtsentwurf einbetten oder als eigene Vorbereitung für die Behandlung im Unterricht nutzen.

Internettipps rund um den Zweiten Weltkrieg

Historisches Institut
der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Informiert über die Hintergründe verschiedener geschichtsrevisionistischer Akteure und ihre Mythenerzählungen

Bundeszentrale
für politische Bildung

Beitrag von Martin Sabrow anlässlich des 70. Jahrestages nach dem Überfall des Deutschen Reichs auf Polen

Stiftung EVZ
Erinnerung Verantwortung Zukunft

Stiftung zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus mit Beiträgen rund um das Thema NS-Erinnerungskultur

Weitere Beiträge auf dem GeWi-Blog zum Thema

Einbettung im Unterricht

Im Kontext der Behandlung des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs könnt ihr das Thema Erinnerungskultur in 2 bis 3 Unterrichtsstunden wie folgt behandeln:

Ziele

  • Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein Verständnis für die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf die Gesellschaft.
  • Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Perspektiven auf das Thema „Erinnern“ kennen und reflektieren diese.

Einstieg (5-10 Min.)

Die Schülerinnen und Schüler sammeln im Unterrichtsgespräch Formen öffentlicher Erinnerung an den Nationalsozialismus. (Tafelanschrieb)

Erarbeitung (30-60 Min, je Lerngruppe)

In Gruppenarbeit recherchieren Schülerinnen und Schüler vertiefende Informationen zu einzelnen erinnerungskulturellen Formen mithilfe einer Online-Recherche, bspw.:
– Gedenkstätten
– Stolpersteine
– Denkmäler
– Zeitzeugenberichte
– Gedenktage

Strukturierende Fragen können den SuS als Hilfestellung für die Erarbeitung wie folgt mitgegeben werden:
– In welcher Form wird an den Nationalsozialismus erinnert?
– Seit wann gibt es diese Form der Erinnerung?
– Welche Vor- ggf. auch Nachteile hat diese Form der Erinnerung?
– Was überzeugt die SuS an dieser Form der Erinnerung?

Präsentation und Ergebnissicherung (30-40 Min.)

Jede Gruppe präsentiert ihre Ergebnisse. Die anderen SuS können Fragen stellen.

Reflexionsphase (20-30 Min.)

Warum ist es wichtig, sich an den Zweiten Weltkrieg zu erinnern? Welche gesellschaftliche Verantwortung haben wir auch in Zukunft gegenüber der Geschichte?

Vertiefungsideen

  • Planen eines erinnerungskulturellen Projektes einschließlich Visualisierung in Form eines Posters/einer Collage
  • Auseinandersetzung mit und Dekonstruktion von aktuellen geschichtsrevisionistischen Mythen
  • Zeitzeugenbefragung planen und durchführen

Für die Oberstufe ist folgender alternativer Einstieg denkbar

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten als vorbereitende Hausaufgabe über die oben genannten Links Formen sowie Diskussionen von NS-Erinnerungskultur in Deutschland und/oder Europa.

Als Einstieg erfolgt eine Diskussion, wie jeweils erinnert wird und welche in Teilen problematischen Diskussionsstränge es gibt. Im weiteren Unterrichtsverlauf erfolgt analog eine Auseinandersetzung mit verschiedenen erinnerungskulturellen Formen sowie einer ausführlichen Reflexion des Erarbeiteten.

Zum Weiterlesen für fächerverbindenden Unterricht

Im Blogbeitrag „Deutschunterricht an Gedenkorten“ stellen wir euch einen Unterrichtsentwurf als fächerverbindendes Projekt von Deutsch und Geschichte vor.

60 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.

Über den Autor

Redaktionsteam Geschichte

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