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Bücherverbrennungen im Nationalsozialismus – das Projekt „Verbrannte Orte“

Am 10. Mai 1933 und in den folgenden Wochen verbrannten Anhänger der Nationalsozialisten in vielen deutschen Städten als  „undeutsch“ diffamiertes Schrifttum. Anlässlich des 91. Gedenktages zur Bücherverbrennung – dem Tag des Buches am 10. Mai – stellen wir euch das interaktive Projekt „Verbrannte Orte“ für lebendiges Erinnern im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I vor.

 

Bertold Brecht, Albert Einstein, Siegmund Freud, Thomas Mann und Erich Kästner waren nur einige der 149 Autorinnen und Autoren, deren Werke die Nationalsozialisten als „schändliches und unerwünschtes Schrifttum“ diffamierten, verboten, beschlagnahmten und öffentlich verbrannten. Das Projekt „Verbrannte Orte“ dokumentiert in einem Online-Atlas die historischen Orte der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen in Deutschland.

Bücherverbrennung Nationalsozialismus Geschichtsunterricht

Aufnahme der vom „Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund“ organisierten Bücherverbrennung am Berliner Opernplatz (seit 1947 Bebelplatz) am 10. Mai 1933.

Heute befindet sich an dem Ort das „Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung“ – eine in das Pflaster eingelassene Glasplatte weist in einen unterirdischen Raum mit leeren Bücherregalen. Das Mahnmal stammt vom israelischen Künstler Micha Ullmann.

Neben heutigen Fotografien dieser Erinnerungsorte bietet die Internetseite Quellen und Hintergrundinformationen zu den Bücherverbrennungen an. Ziel des Projekts ist es, Unsichtbares sichtbar zu machen, d.h. anschaulich an die „verbrannten“ Orte und Geschehnisse zu erinnern. So findet ihr auf dem Blog des Projekts eine digitale Ausstellung zu den historischen Hintergründen der Bücherverbrennung. Ebenso werden zahlreiche Unterrichtsmaterialien für eine Doppelstunde oder eine umfangreichere Projektarbeit bereitgestellt.

  • Kurzfassung für 90 min.: Die „verbrannten Orte“ und die verfolgten Autor:innen
  • Modul 1: Wirklich nur in Berlin? – Eine Übersicht über die Orte der Bücherverbrennungen gewinnen und die Berliner Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 einordnen.
  • Modul 2: Verbrannt, verfolgt, vergessen? – Schriftsteller:innen und ihr Leben vor und nach 1933.
  • Modul 3: Kreative Erinnerung – Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit den Orten der Bücherverbrennung entdecken.

Einbettung im Unterricht

Mithilfe der auf der Internetseite angebotenen Materialien könnt ihr das Thema der Bücherverbrennung während einer Doppelstunde im Kontext der Machteroberung der Nationalsozialisten (1933/1934) oder zur Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus vertiefen oder – im Rahmen eines Rechercheprojekts – mit Schülerinnen und Schülern die Lokalgeschichte eures Schulstandortes untersuchen. Solltet ihr bei eurer lokalen Recherche auf neue Erkenntnisse oder Quellen zur Bücherverbrennung stoßen, freuen sich die Projektverantwortlichen über eine Kontaktaufnahme. Die Möglichkeit, ihre Ergebnisse so ggf. für eine größere Öffentlichkeit sichtbar zu machen, sollte die Schülerinnen und Schüler besonders motivieren.

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Über die Autorin

Vanessa Ther

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