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Medientipp: Die Quellen sprechen

Das Online-Projekt „Die Quellen sprechen“ bietet eine atemberaubende Auswahl an Interviews mit Zeitzeugen sowie eingesprochenen Quellentexten zur Verfolgung von europäischen Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus.

Die 16-bändige, u.a. durch das Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ) herausgegebene Quellenedition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland“ ist die bei weitem größte Sammlung von Quellen zur NS-Judenverfolgung: Es finden sich Aktennotizen, Verordnungen, Flugblätter, Tagebucheinträge von Opfern und Täterinnen und Tätern.

Im Rahmen eines gigantischen Projektes hat der Bayerische Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst in Zusammenarbeit mit dem IfZ daraus eine Höredition gemacht. Etwa zehn Prozent der mehreren Tausend Quellen wurden eingesprochen, viele davon durch Überlebende der Shoah.
Ergänzend finden sich Zeitzeugenberichte von Überlebenden und ausführliche Podcasts, in denen Historikerinnen und Historiker nach Themenschwerpunkten sortiert die Quellen einordnen. Zu jeder vertonten Quelle werden erläuternde Personenangaben angeboten sowie eine schriftliche Fassung der Quelle.

Die Projektseite ist kostenlos nutzbar und soll dauerhaft zur Verfügung stehen.

Einbettung im Unterricht

Der Zeitzeuge Horst Selbiger berichtet zu Beginn seines Interviews eindrucksvoll davon, wie sich die Isolation von Jüdinnen und Juden ab 1934 in der Schule auf ihn auswirkte (Minuten eins bis sechs). Das Interview eignet sich gut als Einstieg in die Erarbeitung der verschiedenen Phasen der Judenverfolgung in Deutschland oder alternativ als Sicherung.
Die Phasen bis zu den Novemberpogromen 1938 werden bis etwa Minute 15 dargestellt; je nach Zeitkontingent können auch längere Abschnitte des Interviews verwendet werden.
Da Horst Selbiger aus einer sogenannten Mischehe stammte, lassen sich anhand seiner Lebensgeschichte besonders gut auch die Absurdität und der menschenverachtende Zynismus der „Rassen“-Einteilung der Nürnberger Gesetze verdeutlichen.

  1. Einstieg: Interview anhören bis Minute sechs
  2. Erarbeitung: Tragt zusammen, wie es Horst Selbiger in der Grundschule erging. (Offenes Unterrichtsgespräch)
  3. Reflexion und Sicherung: Gestaltet bildnerisch (Zeichnung, Malerei, Collage o.Ä.), welche Empfindungen diese Erfahrungen bei Horst Selbiger ausgelöst haben. (Einzelarbeit)
  4. Gestaltung einer Ausstellung im Klassenraum und Austausch über die Bilder.
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Über den Autor

Mathias Wiards

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