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Medientipp: Digitale Angebote der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg

Wie lässt sich die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus im Unterricht greifbar machen, ohne Lernende emotional zu überfordern? Die digitalen Ausstellungen der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg bieten hierfür fundierte, methodisch vielfältige und inklusive Zugänge, die sich hervorragend in den Geschichts-, Politik- und Ethikunterricht integrieren lassen. Sie wurden in Kooperation mit zwei Lüneburger Berufsfachschulen für Pflege erarbeitet.

Online-Ausstellungen der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg

Auf der Plattform geschichte – raum – geben sind drei digitale Sonderausstellungen der Gedenkstätte frei zugänglich, auf der Plattform mutig erinnern eine vierte. Sie beleuchten unterschiedliche Aspekte der NS-Ideologie und der daraus resultierenden Verbrechen an Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Im Sinne der Inklusion sind sämtliche Texte, Fotos und Dokumente auch in Leichter Sprache und als Audioversion verfügbar. So wird Erinnerungskultur für alle zugänglich – unabhängig von Sprachkompetenz oder Lernvoraussetzungen. Im Zentrum der Betrachtung stehen jeweils Einzelschicksale – dokumentiert durch Biografien, Bilder, Dokumente und Videos.

Methodische Hintergründe zur Gedenkstättenarbeit

Außenansicht des Gebäudes des Dokumentationszentrum der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg

Dokumentationszentrum der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg

Eine wertvolle Ergänzung zur digitalen Materialvielfalt bietet die Video-Podcast-Reihe der Gedenkstättenleiterin Dr. Carola Rudnick. In rund zwanzigminütigen Episoden erläutert sie verschiedene Aspekte der Forschungs- und Dokumentationsarbeit der Gedenkstätte. Besonders empfehlenswert sind Teil 1 als Einführung in die Arbeit einer Gedenkstätte, Teil 4 zur sensiblen Vermittlung schwieriger Themen und Teil 8 zur Dokumentation historischer Forschung. Kurze Podcast-Sequenzen lassen sich gezielt in den Unterricht einbinden – etwa als Ausgangspunkt für eigene Fragen an die Gedenkstättenarbeit oder zur Vorbereitung auf eine Exkursion oder Projektwoche zur Erinnerungskultur.

Die „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg bietet vor Ort in ihrem Bildungszentrum außerdem Workshops und Seminare für Lernende ab der vierten Klasse sowie für Multiplikatoren und Lehrkräfte an. Alle Lernangebote sowie die Dauerausstellung im Dokumentationszentrum sind barrierefrei und mehrsprachig, somit auch für Begegnungsprojekte und Austauschprogramme geeignet. Das Dokumentationszentrum ist donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Besuch ist kostenfrei. Gruppenangebote können über info@gedenkstaette-lueneburg.de angefragt werden.

Einbettung im Unterricht

Im Folgenden stellen wir vor, welche Aspekte der Ausstellungen sich für den klassischen Unterrichtseinsatz im Rahmen einer Doppelstunde eignen und welche Fragestellungen sich für eine Vertiefung der Thematik als Projekt anbieten.

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Über die Autorin

Vanessa Ther

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