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Interaktive Erforschung des Nationalsozialismus mit den Bildungsangeboten der Arolsen Archives

Die Bildungsangebote der Arolsen Archives bieten spannende interaktive Zugänge zum Thema Nationalsozialismus und eignen sich für medienkompetenten Geschichtsunterricht. Im Beitrag erhaltet ihr praktische Tipps für den Einsatz in eurem Unterricht.

Medientipp

Im Rahmen des umfangreichen Bildungsangebots der Arolsen Archives haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich auf interaktive Weise mit dem Thema Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Die Website der Arolsen Archives bietet verschiedene Initiativen, Projekte, Spiele und Online-Anwendungen, die einen aktiven Zugang zu diesem Thema ermöglichen. Unter folgendem Link finden sich vielschichtige Bildungsangebote, welche im Unterricht genutzt werden können.
Link: https://arolsen-archives.org/lernen-mitwirken/lernen-mit-dokumenten/bildungsangebote/

Drei spannende Online-Projekte für den Einsatz im Geschichtsunterricht

In der Online-Ausstellung #StolenMemory können Schülerinnen und Schüler Einblicke in persönliche Gegenstände von Häftlingen, Soldaten und Insassen aus Arbeits- und Konzentrationslagern erhalten. Animierte Bildergeschichten und Hintergrundtexte veranschaulichen dabei nicht nur die Bedeutung der Dinge, sondern auch die Geschichten und Schicksale ihrer ehemaligen Besitzerinnen und Besitzer.
Link: https://www.stolenmemory.org/

Das Spiel #LastSeen ermöglicht eine interaktive Auseinandersetzung mit den Deportationen während des Nationalsozialismus. Bilder von Deportationen zwischen 1938 und 1945, gesammelt und erschlossen vom Kooperationsverbund #LastSeen, einem Verband von sechs Institutionen, darunter Arolsen Archives und das Center for Advanced Genocide Research, wurden in einen digitalen Bildatlas integriert. Schülerinnen und Schüler können in dem Spiel historische Bild- und Textquellen auswerten und Blogbeiträge verfassen.
Link: https://www.lastseen.org/

Unter dem Motto „Bau mit uns ein digitales Denkmal“ können Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts aktiv werden und dabei helfen, ein digitales Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus zu erschaffen. Unser Autor Lars-Steffen Meier hat sich ausführlicher mit dem Thema (digitaler) Erinnerungskultur und der Initiative #everynamecounts befasst. Seinen Beitrag findet ihr ebenfalls auf unserem GeWi-Blog.
Link: https://everynamecounts.arolsen-archives.org/
GeWi-Blog-Beitrag von Lars-Steffen Meier: Unterrichtsimpuls: Erinnerungskultur im Wandel

Unterrichtsidee

Die Website der Arolsen Archives bietet vielfältige Möglichkeiten für den Einsatz im Unterricht. Die verschiedenen Bildungsangebote können von den Schülerinnen und Schülern eigenständig bearbeitet werden. Besonders wichtig ist der anschließende gemeinsame Diskurs im Klassenraum, der Raum für Gedankenaustausch und das Diskutieren von Fragen bietet.

Bei der Nutzung der Website im Unterricht wäre folgende Struktur denkbar: Zunächst erfolgt eine Vorstellungs- und Einführungsphase zur Thematik und zur Website der Arolsen Archives. Anschließend kann einer der unten aufgeführten Arbeitsaufträge bearbeitet werden, die jeweils etwa eine Doppelstunde in Anspruch nehmen. Es ist ratsam, zuerst die Erkundung der Online-Ausstellung zu leiten und in der nächsten Doppelstunde das Spiel #LastSeen durchzuführen. Letzteres geht tiefer ins Detail und erfordert ein umfassenderes Verständnis für die Thematik.

Einbettung im Unterricht

1. Einführung und Präsentation einer Studie

  • Für den Einstieg kann die aktuelle Studie „Wie steht die Gen Z zur NS-Zeit?“ (https://arolsen-archives.org/lernen-mitwirken/studie-gen-z-ns-zeit/) herangezogen werden. Sie bietet einen aktuellen Einblick in die Wahrnehmung und das Verständnis der jüngeren Generation zum Nationalsozialismus. Sie ermöglicht einen Lebensweltbezug der Schülerinnen und Schüler zur Frage, wie ihre Generation mit der Erinnerung an die NS-Zeit umgeht.
  • Mit den Schülerinnen und Schülern arbeitet die Lehrkraft die Bedeutung der Erinnerungskultur im Kontext der NS-Zeit heraus, um ihnen die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu verdeutlichen.

2. Arbeitsphase

a) Aktive Erkundung der Online-Ausstellung #StolenMemory

  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten Zeit, um in 2er- bis 3er-Gruppen die Online-Ausstellung #StolenMemory auf der Website der Arolsen Archives zu erkunden.
  • Sie analysieren ausgewählte persönliche Gegenstände von Häftlingen und informieren sich über die Geschichten hinter diesen Objekten.
  • Anschließend stellt jede Kleingruppe einen Gegenstand der Klasse vor.
  • Die Lehrkraft unterstützt bei Fragen und fördert Diskussionen über die vorgestellten Inhalt.

b) Interaktives Lernen mit dem Spiel #LastSeen

  • Die Klasse spielt in Partnerarbeit das Spiel #LastSeen, um sich mit den Deportationen während des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.
  • Die Schülerinnen und Schüler analysieren historische Bilder und Textquellen im Spiel, sie haben die Möglichkeit, sich online zu jeder Quelle Notizen in einem digitalen personalisierten Notizbuch zu machen.
  • Aus den gesammelten Notizen erstellen sie Blogbeiträge, welche zur Ergebnissicherung gespeichert, ausgedruckt und im Klassenraum aufgehängt werden können, etwa in Form eines Gallery Walks.

3. Vertiefung und Ausblick

  • In einer abschließenden Diskussionsrunde sammeln die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke und Erkenntnisse aus der Online-Ausstellung und/oder dem Spiel.
  • Die Schülerinnen und Schüler schulen ihre kritische Reflexion und werden zum Austausch über die individuellen Lernprozesse befähigt.
  • Eine weitere Vertiefung kann in Form von Präsentationen, Rechercheaufgaben oder Diskussionen zu verschiedenen Aspekten der Projektarbeit erfolgen.
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Über die Autorin

Florentine Diersch

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