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Temu, Shein & Co. – Schnäppchen-Apps im Unterricht

Beim Öffnen einer Website oder beim Spielen des Lieblings-Handyspiels – da ist sie schon wieder: Werbung für Temu, Shein oder Ali-Express.

Beauty-Produkte, Haushaltsgeräte, Gadgets fürs Auto und Fahrrad, Handyhüllen, Kleidung. Es gibt nichts, was auf diesen Plattformen nicht angeboten wird.

Jugendliche Kundschaft

Die Jugend von heute ist Online-Kunde und Mobil-Shopper. 2022 gaben bereits 64 % der 18-24-Jährigen an, mindestens einmal in der Woche online einzukaufen. Lehrkräfte können also davon ausgehen, dass die Jugendlichen, die vor ihnen sitzen, online shoppen. Und wo würden junge Menschen mit einem geringen Einkommen wohl lieber einkaufen als dort, wo es günstig ist und verheißungsvolle Slogans wie „Shoppen wie ein Milliardär“ Schnäppchen versprechen?

Verbraucherbildung sollte genau dort ansetzen: an der Lebenswelt unserer Schüler und Schülerinnen. Das folgende Fallbeispiel zur Online-Plattform Temu bietet hierfür viele Anknüpfungspunkte. Aktualität und Schülernähe machen den Zugang zu wirtschaftlichen Fragen motivierend und können anregende Diskussionen entfachen.

Provokanter Einstieg in den Unterricht

Abhängig von der Zusammensetzung der Klasse bieten sich verschiedene Zugänge zum Thema Schnäppchen-Apps an. Häufig eignen sich möglichst konkrete Anknüpfungspunkte. Man könnte also eine Schlagzeile mit Kritik an Temu oder einer anderen vergleichbaren Plattform als Ausgangspunkt nehmen, z. B.:

Die Lernenden beschreiben zum Einstieg die Schlagzeilen, stellen Assoziationen her oder formulieren Fragen. Häufig treten vor allem bei jüngeren Lerngruppen zunächst Wissens- und Verständnisfragen auf. Je älter die Lerngruppe, desto mehr nehmen die Jugendlichen auch „Was wäre, wenn…“-Fragen in den Blick. Eine Abfrage, wer bereits bei einer Schnäppchen-App eingekauft hat, ist eine weitere Option für einen Stundenbeginn, sollte aber anonym erfolgen, um möglichen Verurteilungen durch Mitschülerinnen und Mitschülern aufgrund der später diskutierten Kritik vorzubeugen.

Faktencheck

Ist das Setting für alle geklärt, müssen Fakten her. Nur auf Basis fundierter Sachkenntnis lässt sich angemessen diskutieren und bewerten. Für einen kurzen Exkurs reicht das auf dieser Seite zur Verfügung gestellte Arbeitsblatt mit Kurzinformationen.

Für einen ausgiebigeren Blick empfiehlt sich eine Recherche-Stunde. Dabei kann es hilfreich sein, den Lernenden einige Beispielquellen zur Verfügung zu stellen oder vorab zu besprechen, wie man seriöse Quellen zu diesem Thema findet. Mehrere große Medien in Deutschland haben Temu bereits unter die Lupe genommen und auch Verbraucherzentralen äußerten sich zur Schnäppchen-App.

Hier sind dafür einige Linktipps:

  • WDR: Nach Kritik an Temu und Shein: Was könnte sich für Käufer bald ändern? (22.10.2024)
  • Verbraucherzentrale: Schnäppchen-App Temu: Aufpassen beim Online-Shoppen! (29.08.2024)
  • SWR Wissen: Online-Shopping bei Temu – Billig dank illegaler Tricks? (07.01.2025, Audio-Datei)
  • ARD-Marktcheck: Schnäppchen-Falle: Die Wahrheit über Temu (20.12.2024, Video-Datei)

Diskussion und Bewertung

Liegen die Fakten auf dem Tisch, kann diskutiert werden. Bei jüngeren Klassenstufen sollte es möglichst konkret und persönlich bleiben:

  • Welche Kritikpunkte finden die Lernenden nachvollziehbar oder eher angreifbar?
  • Welche sind aus ihrer Sicht wichtig und würden sie gegebenenfalls davon abhalten, bei Temu einzukaufen?
  • In höheren Jahrgängen darf der Blick geweitet werden: Ist Temu wirklich eine Gefahr und sollte staatlich stärker reguliert werden? Wie stehen die Lernenden zum Thema Zollfreibetrag?

Ausgehend vom Fallbeispiel Temu kann allgemein über Online-Shopping, dafür empfohlene Verhaltensregeln, geltende gesetzliche Bestimmung zum Rückgaberecht sowie Garantien oder eben auch über die Möglichkeiten staatlicher Kontrolle im Wirtschaftsgeschehen gesprochen werden.

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Über die Autorin

Swantje Becker

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