
Karten lesen lernen – mit Alltagsthemen Interesse wecken
Statt abstrakt mit Gradnetz oder Maßstab zu starten, beginnt die Kartenarbeit hier mit etwas, das alle kennen: Pommes, Burger, Pizza. Die Karte auf der Auftaktdoppelseite zeigt die Fast-Food-Dichte in den einzelnen Bundesländern – sowohl absolut anhand von Signaturen als auch in Relation zur Bevölkerung anhand der Flächenfarben. Die vollständige Karte findet ihr auf der kostenlosen Kopiervorlage Karte mit Biss.
Schon nach wenigen Sekunden beginnen die Lernenden zu rätseln: Wo gibt es die meisten Fast-Food-Restaurants, wo die wenigsten? Woran könnte das liegen? Was bedeutet es, dass es in Bayern zwar relativ viele Fast-Food-Restaurants gibt, die Dichte aber vergleichsweise niedrig ist?
Damit ist die wichtigste Tür geöffnet: Neugier.
Von der Beobachtung zur Methode: Kartenlesekompetenz aufbauen
Ziel ist nicht, die Karte bis ins Kleinste zu analysieren, sondern Interesse zu wecken und erste Erkenntnisse zur Kartenarbeit anzubahnen. Wie werden die Informationen dargestellt? Welche unterschiedlichen Informationsebenen werden über Signaturen oder Flächenfarben vermittelt? Welche Erkenntnisse bringt es mir, beide Informationsebenen zusammen zu betrachten?
Kartenarbeit kann auch duften – nach leckerem Essen und Erkenntnis. Wer mit der Fast-Food-Karte startet, zeigt den Lernenden: Kartenarbeit ist kein lästiger Zwang, sondern der Atlas ist ein spannendes Instrument, um die Welt zu verstehen. In den neuen Ausgaben des Haack Weltatlas und des Haack Verbundatlas findet ihr noch viele weitere spielerische, thematische und methodische Arbeitsblätter.
Durch die Kombination von Alltagsthema und räumlichem Denken wird Kartenarbeit plötzlich persönlich relevant – und methodisch greifbar. Diese Unterrichtsidee eignet sich besonders für den Einstieg in die Atlasarbeit in der Sekundarstufe und fördert gezielt Kartenkompetenz.
Einbettung im Unterricht
Die Lehrkraft lässt die Lernenden zunächst allein oder in Partnerarbeit Entdeckungen notieren:
- Wo gibt es besonders viele Restaurants und wo wenige?
- Warum ist die Fast-Food Dichte manchmal sehr hoch, obwohl es weniger Restaurants gibt – und andersherum?
- Wie wird die Menge an Fast-Food-Restaurants dargestellt, wie die Dichte?
- Wie deckt sich die Darstellung mit den eigenen Erfahrungen? Woran könnte es liegen, dass es da unterschiedliche Wahrnehmungen gibt?
Die politische Deutschlandkarte im Atlas oder im Schulbuch kann bei der Identifizierung der Bundesländer helfen, falls die Schülerinnen und Schüler hier Unterstützung brauchen.
Im Anschluss werden Hypothesen gesammelt, z. B.:
- Dort, wo mehr Menschen leben, gibt es mehr Fast-Food Restaurants.
- In den Stadtstaaten gibt es eine höhere Dichte an Fast-Food Restaurants als in den umliegenden Flächenländern.
Mithilfe anderer Karten im Atlas (z. B. Bevölkerungsdichte oder Stadt-Land-Verteilung) lassen sich noch weitere Hypothesen aufstellen. So entstehen erste geographische Erklärungsversuche – ganz ohne vorweggenommenes Fachvokabular.
Die Kartenerkundung kann – nach der Sammlung der ersten Eindrücke im Unterrichtsgespräch – mit einer Reihe von Arbeitsaufträgen strukturiert werden:
- Beschreibe die Verteilung der Fast-Food-Restaurants in Deutschland.
- Finde zwei Gebiete mit besonders vielen, zwei mit wenigen Fast-Food-Restaurants.
- Vergleiche die Anzahl der Fast-Food-Restaurants – erkennst du Zusammenhänge?
- Erläutere in eigenen Worten, was die Fast-Food-Dichte in einem Bundesland bedeutet.
- Beschreibe, was dir auffällt, wenn du Anzahl und Dichte in den verschiedenen Bundesländern vergleichst.
- Diskutiert, welche zusätzlichen Informationen euch weitere Erkenntnisse bringen könnten?
- Diskutiert, welche Daten eine Karte nutzen könnte, die zeigen will, wie gesund die Ernährung in den Bundesländern jeweils ist?
Lerngruppen, die schon erste Erfahrungen mit Kartenarbeit haben, können auch weitere Atlaskarten hinzuziehen, z. B. Bevölkerungsdichte, Städtische Zentren, Tourismus etc. und vergleichen, ob sie durch den Vergleich zusätzliche Muster erkennen. Damit wird die spielerische Einstiegskarte zu einem methodischen Lernanlass.


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