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Digitalität im Geschichtsunterricht (Teil 2/3): ChatGPT – Zeitenwende für den Geschichtsunterricht?

Seit ChatGPT im Jahr 2022 online ging, ist die Verunsicherung groß: Welche Chancen bieten sich im Geschichtsunterricht?

Künstliche Intelligenz ist innerhalb kürzester Zeit fester Bestandteil unseres Alltags geworden und die Mehrheit der Deutschen ist sich sicher, dass diese den Schulunterricht wesentlich verändern wird. Schon jetzt deutet sich an, dass sich damit auch der Charakter des Geschichtsunterrichts (deutlich) wandeln wird und muss. Denn: Reproduzierende Aufgabenformate löst ChatGPT beispielsweise teils besser als viele Schülerinnen und Schüler selbst. Doch wie lässt sich ChatGPT sinnvoll in den Geschichtsunterricht integrieren?

Kann KI den Lernprozess unterstützen?

Der moderne Geschichtsunterricht verfolgt das Ziel, ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein zu vermitteln, zu dem unter anderem die Kompetenz gehört, Texte zu dekonstruieren. So können die Schülerinnen und Schüler beispielsweise von KI erstellte Ausarbeitungen auf Richtigkeit (historische Fakten) und Triftigkeit hin untersuchen, um genau jene Kompetenz einzuüben.

Welche Chancen bringt ChatGPT für den Geschichtsunterricht mit sich?

  • Modifizieren von Texten
  • Generieren von Darstellungstexten
  • Erstellen von Sachurteilen
  • Erstellen von Lösungen
  • Simulieren von Interviews/Dialogen
  • Generieren von Rollenkarten
  • Als Hilfsmittel zur Analyse von Quellen und Sachtexten

Mehr zu allgemeinen Pros und Kontras von KI im Geschichtsunterricht findet ihr im ersten Artikel unserer dreiteiligen Serie:

Regeln, Absprachen und Sensibilisierung

Selbstredend erfordert der Einsatz von ChatGPT klare Regeln und Absprachen mit der Lerngruppe (z.B. Verständigung über Chancen und Grenzen, Umgang mit personenbezogenen Daten, Kennzeichnung von KI-generierten Texten usw.). Zudem muss eine Sensibilisierung für die Herausforderungen, die KI mit sich bringt, erfolgen, wie z.B.:

  • Notwendige Überprüfung der Informationen und unklaren Textgrundlagen
  • Konstruktive, aber kritische Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand: Der Einsatz sollte nicht dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler weniger kritisch reflektieren, nicht hinterfragen oder alternative Perspektiven berücksichtigen. Im Gegenteil: Sie sollen gerade bei Nutzung KI-generierter Texte dazu ermutigt werden.
  • Die Kontextualisierung fehlt, sodass ein umfassendes Verständnis für den historischen Gegenstand weiterhin auf bewährte Art und Weise (u.a. bei der aktiven Auseinandersetzung mit Quellen) erarbeitet werden sollte. Die Ergebnisse können daher zu einer vertiefenden Weiterarbeit genutzt werden.

Einbettung im Unterricht

Am Beispiel Karls des Großen soll aufgezeigt werden, wie sich ChatGPT sinnvoll in den Geschichtsunterricht integrieren lässt. Voraussetzung ist, dass der Lerngegenstand zuvor im Unterricht thematisiert wurde, damit die Lernenden die Qualität der durch KI erstellten Texte besser einordnen können.

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Über den Autor

Dr. Holger Schmenk

Historiker, Autor, Oberstudiendirektor, Schulleiter der Freiherr-von-Stein-Schule – Europaschule Gladenbach, Fächer; Geschichte und Deutsch

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