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Medientipp: Atlas der Klimaextreme (REKLIM-Helmholtz-Verbund)

Ab wann spricht man von einem Starkregenereignis? Wie werden Hitzewellen definiert und welche Folgen haben Dürren? Diese und weitere Fragen werden auch in Deutschland immer relevanter. Antworten darauf gibt der „Atlas der Klimaextreme“. Ideen zum Einsatz im Unterricht findet ihr im Beitrag.

Was ist der „Atlas der Klimaextreme“?

Der Atlas der Klimaextreme macht auf Grundlage langjähriger Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die Entwicklung des Klimas in Deutschland sichtbar. Er bietet damit auch für den Unterricht vielfältige Möglichkeiten, Klimaveränderungen anhand von Daten und Karten zu untersuchen und damit ein besseres Verständnis für die klimatischen Veränderungen in Deutschland zu vermitteln.

Was steckt im „Atlas der Klimaextreme“?

Der Atlas betrachtet verschiedene Klimaparameter und sogenannte Klimakenntage. Dazu gehören beispielsweise Temperatur und Niederschlag, aber auch heiße Tage, Tropennächte, Frosttage, Hitzewellentage oder Tage mit sehr hohen Niederschlagsmengen. Die Entwicklung dieser wird über lange Zeiträume hinweg dargestellt, wobei verschiedene zeitliche und räumliche Kombinationen genutzt werden: Die jahreszeitliche Klimaentwicklung für Deutschland und die Bundesländer wird für den Zeitraum 1881 bis 2024 gezeigt, für die Kartensammlung werden dagegen die Jahre 1951 bis 2024 betrachtet. Auf mehr als 2.000 Deutschlandkarten lassen sich so die Entwicklungen zahlreicher Klimaparameter und Kenntage nachvollziehen.

Niedrigwasser im Rhein, Düsseldorf

Niedrigwasser im Rhein, Düsseldorf

Der regionale Blick

Auch die regionale Perspektive wird berücksichtigt: Die Entwicklungen werden für jedes einzelne Bundesland aufbereitet und können miteinander verglichen werden, sodass sichtbar wird, dass sich der Klimawandel nicht überall in Deutschland in gleicher Weise zeigt. Neben Temperatur und Niederschlag spielt dabei auch die Wasserbilanz eine wichtige Rolle. Zentral ist hier der SPEI (Standardized Precipitation Evapotranspiration Index), ein Dürreindex, der neben dem Niederschlag auch die potenzielle Verdunstung berücksichtigt und so zur Beschreibung von Trocken- und Feuchtperioden herangezogen werden kann.

Der „Atlas der Klimaextreme“ in Zahlen

  •  26 Ausklappseiten mit über 2.000 Deutschlandkarten zu zentralen Klimaparametern und Klimakenntagen (Zeitraum: 1951–2024)
  • 210 Grafiken und Karten sowie 87 Tabellen zur detaillierten Darstellung und Analyse der jahreszeitlichen Klimaentwicklung in den Bundesländern – für die Parameter Temperatur, Niederschlag und Wasserbilanz (SPEI) (1881–2024)
  • 126 Grafiken und 9 Tabellen zu vergleichenden Zeitreihenanalysen von 9 ausgewählten Klimakenntagen in den Bundesländern (1951–2024)
  • 132 Karten und 11 Tabellen zur dekadischen Analyse von 12 Klimaparametern und Klimakenntagen (1951–2024)

Der „Atlas der Klimaextreme“ kann beim Helmholtz-Forschungsverbund REKLIM kostenlos bestellt werden und ist zudem auch als interaktives PDF abrufbar. Alle Karten und Grafiken könnt ihr außerdem online nutzen.

Einbettung im Unterricht

Man merkt schnell: Der Atlas der Klimaextreme ist voll mit Informationen, Karten, Grafiken und Tabellen. Darin liegt auch sein Potenzial für den Unterricht. Die Materialien eignen sich, um eure Lernenden mit realen Klimadaten arbeiten und sie selbstständig auswerten zu lassen. Dabei muss es nicht nur um die große Frage „Wie verändert sich das Klima in Deutschland?“ gehen. Der Atlas bietet auch die Möglichkeit für kleinere Analysen: Gibt es Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland? Wie haben sich Niederschlag und Trockenheit verändert? Lassen sich regionale Besonderheiten erkennen?

Ideen für den Unterricht

1. Die Klimaentwicklung eines Bundeslandes untersuchen
Die Schülerinnen und Schüler wählen ein Bundesland aus und untersuchen dessen Klimaentwicklung. Dabei können sie beispielsweise, ggf. auch arbeitsteilig, Temperatur, Niederschlag und Wasserbilanz SPEI betrachten.

Mögliche Leitfragen

  • Welche Veränderungen lassen sich erkennen?
  • Gibt es besonders auffällige Zeiträume?
  • Welche Jahreszeit zeigt die stärksten Veränderungen?

Anschließend können die Ergebnisse verschiedener Gruppen miteinander verglichen werden.

2. Zwei Bundesländer miteinander vergleichen
Noch interessanter wird die Analyse, wenn zwei oder mehrere Bundesländer gegenübergestellt werden. Der Fokus kann beispielsweise auf die Entwicklung der Temperatur oder auf ausgewählte Kenntage gelegt werden. Ziel ist, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu finden und auszuwerten. So kann die weiterführende Frage entstehen: Warum entwickelt sich das Klima in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich?

3. Klimakenntage unter der Lupe
Der Atlas bietet zahlreiche sogenannte Kenntage, die vermutlich nicht alle Lernenden kennen dürften. Eure Lernenden können beispielsweise die Entwicklung von heißen Tagen, Tropennächten, Frosttagen oder Hitzewellentagen untersuchen.

Eine mögliche Aufgabe wäre: Wähle einen Kenntag aus und untersuche seine Entwicklung von 1951 bis 2024. Beschreibe den Trend und treffe Aussage zur Veränderung des Klimas. Die Ergebnisse können anschließend gemeinsam besprochen werden.

4. Extremwetterereignisse in Gruppen untersuchen
Eine Gruppenarbeit zu verschiedenen Extremwetterereignissen bietet sich ebenfalls an. Die Gruppen beschäftigen sich beispielsweise mit:

  • Hitzewellen
  • Dürre und Trockenheit
  • Starkregen
  • Überschwemmungen

Dabei können sie zunächst klären, wie das jeweilige Ereignis definiert wird, welche klimatischen Bedingungen dafür relevant sind und welche Folgen daraus entstehen können.

Zum Weiterlesen

In unserer 7-teiligen Blogserie „Naturereignisse“ gibt es weitere Anregungen, um im Unterricht den Zusammenhang zwischen Wetterextremen wie Dürre, Starkregen, Hochwasser etc. und Klimawandel  zu erläutern.

Exremwetter und Klimawandel – Mit dem Haack Weltatlas und aktuellen Forschungsergebnissen auf Spurensuche

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Über die Autorin

Lena Neye

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