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Der ökologische Fußabdruck – persönliche oder gesellschaftliche Verantwortung?

An nachhaltigem Wirtschaften und Leben führt zukünftig kein Weg vorbei, das ist inzwischen eine nahezu allgemein geteilte Position. Es besteht auch in der Bevölkerung eine grundsätzliche Bereitschaft den ökologischen Fußabdruck zu verbessern und damit einhergehende gesellschaftliche Veränderungen mitzutragen. Doch welche genau sollen das sein? Und wer müsste sie anstoßen?

Unterricht zum Thema Nachhaltigkeit beinhaltet oft einen moralischen Anspruch, mit dem die Schülerinnen und Schüler konfrontiert werden: „Verhalte du dich gefälligst so, dass die Auswirkungen der Klimakrise (oder anderer ökologische Schäden) abgemildert werden!“ Dieser Ansatz hat angesichts des rasanten globalen Temperaturanstiegs auch eine gewisse Berechtigung. Ohne eine Veränderung im Verhalten Vieler wird die Klimakrise nicht aufzuhalten sein. Der vorliegende Unterrichtsentwurf zielt in diesem Kontext darauf ab, sich dem Thema stärker problemorientiert zu nähern.

Ausgangspunkt ist eine Grafik, die viele Schülerinnen und Schüler so oder ähnlich bereits kennen werden: Der ökologische Fußabdruck. An diesem Modell kann die Verquickung von Menschheitsinteresse (Klimakatastrophe abwenden) und wirtschaftlichen Partikularinteressen verdeutlicht und problematisiert werden.

Grafik "Ökologischer Fußabdruck"

Nachdem die Schülerinnen und Schüler ihr Vorwissen gesammelt haben (in der Sek I kann ggf. noch ein erläuternder Text zum ökologischen Fußabdruck beigefügt werden), schauen die Schülerinnen und Schüler die Kurzdoku der Deutschen Welle. Hier wird dargestellt, wie das Konzept des ökologischen Fußabdrucks zunächst von den Marketingabteilungen großer Ölkonzerne popularisiert wurde.

Das Ziel dieses Coups war es, die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung allein in den Bereich individueller Konsumentscheidungen zu verlagern und mögliche weitergehende staatliche Eingriffe zu verhindern.
Der Film selbst deutet bereits an, dass dies natürlich nicht bedeutet, dass individuelle Konsumentscheidungen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten irrelevant wären. Er ist damit ein guter Ausgangspunkt, um mit den Schülerinnen und Schülern zu diskutieren, welche Ebenen einer nachhaltigen Veränderung unserer Wirtschafts- und Lebensweise es gibt und wie diese verknüpft werden könnten.

Einbettung im Unterricht

Geeignet in der SII als Einstieg in eine Einheit, die das Verhältnis von persönlicher Verantwortung und politischem Regelungsbedarf thematisiert; in der SI eher als spätere Unterrichtseinheit geeignet, nachdem Grundkenntnisse (Begriff der Nachhaltigkeit; Zusammenhang von Industrieproduktion und Ressourcenverbrauch) bereits vermittelt worden sind.

Aufgaben

  1. Bilden Sie Dreiergruppen. Sammeln Sie ausgehend von der Grafik alles, was Sie über das Konzept des ökologischen Fußabdrucks wissen und tragen Sie die Ergebnisse in der Lerngruppe zusammen.
  2. Schauen Sie den Film „Der CO2-Fußabdruck und die PR der Ölkonzerne“ (5.49 Minuten)
  3. Diskutieren Sie ausgehend von dem Film: Was leistet das Konzept des ökologischen Fußabdrucks? Hat das Konzept Defizite – und, falls ja, welche?
  4. Entwickeln Sie in der Lerngruppe eine Concept Map zu der Frage, welche persönlichen und gesellschaftlichen Handlungsebenen in einer sinnvollen Nachhaltigkeitspolitik berücksichtigt werden müssen.
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Über den Autor

Mathias Wiards

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