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Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten (Teil 2/3): Ausgedrückt – mit Rap-Musik Geschichtsunterricht machen

Als Partner des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten beleuchten wir, warum sich eine Teilnahme lohnt. Erfahrt nach dem ersten Beitrag unserer Serie im zweiten Teil mehr über ein weiteres prämiertes Projekt – und testet einen vom Beitrag inspirierten Unterrichtsimpuls.

Die Geschichte des eigenen Viertels musikalisch festhalten

Die Klasse 5b der Leonore-Goldschmidt-Schule in Hannover hat sich ihrem Viertel Mühlenberg kreativ genähert. In einem Rap-Song mit passendem Video begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche und setzten ihrem Kiez ein musikalisches Denkmal. Das finale Produkt „Wohnen hat Geschichte – Hannover Mühlenberg“ war der Jury beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2023, organisiert von der Körber-Stiftung, einen 1. Preis wert.

Die Schülerinnen und Schüler der 5b gingen nicht nur dem Namen des Viertels auf den Grund, sondern setzten sich auch mit der Stadtgeschichte im Nationalsozialismus und der Stadtplanung nach dem Zweiten Weltkrieg auseinander. Die Klasse 5b zeigte, dass viele Informationen in knapp fünf Minuten passen, und besser im Gedächtnis bleiben, wenn sie sich reimen. Und Spaß hat es offenbar auch noch gemacht. Überzeugt euch selbst:

Geschichte liegt vor der Haustür

Der Lehrer für Gesellschaftslehre Matthias Meyer wurde durch ein Heft über den Wettbewerb auf diesen aufmerksam, erzählte er uns im Interview. Er war begeistert vom Thema „Mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen hat Geschichte“ und der Möglichkeit, das Projekt in kreativer Form einreichen zu können. Seine Klasse 5b habe sich dann motiviert gezeigt, einen gemeinsamen Beitrag zu erarbeiten. Dabei haben sich sofort viele Schülerinnen und Schüler geäußert, die sich gemäß ihren Interessen beteiligen wollten. Inspiration für Song und Video war „Grauer Beton“ vom Chemnitzer Rapper Trettmann, in dem er sich mit seinem Viertel und seinem Aufwachsen in der DDR auseinandersetzt.

Matthias Meyer beschrieb die Arbeit im Klassenverbund als fordernd, da es auch zu Konflikten um die Umsetzung kam. Gleichzeitig sei die Klasse als Gruppe gewachsen und habe gemeinsam ein Ergebnis geformt. Der Lehrer würde wieder am Geschichtswettbewerb teilnehmen, da es Freude bereite, mit jungen Menschen Geschichte zu erforschen. Vor allem, wenn sie vor der eigenen Haustüre liegt. Seht euch das Interview mit Herrn Meyer hier an:

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Spannender Unterrichtsimpuls für euch: Rap und Geschichte am Beispiel von „Wohnen hat Geschichte – Hannover Mühlenberg“

Der Unterrichtsimpuls hat zum Ziel, die Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, in welchen Formen ihnen Geschichte im Alltag begegnet. Mithilfe von (Wohn-)Geschichte in der Musik wird so an die Lebenswelt angeknüpft und das eigene Wissen über bzw. die eigene Einstellung zum Wohnort reflektiert. Der Beitrag des Geschichtswettbewerbs, der im Zentrum steht, kann so als Anknüpfungspunkt für eigene Recherchen oder weitere Transfers dienen.

Einbettung im Unterricht

Unterrichtsidee mit drei Phasen:

  • Einstieg: Die Schülerinnen und Schüler führen ein Brainstorming zum Thema Wohnen/Herkunft in ihnen bekannten Liedern durch. Die Lehrkraft fixiert die Impulse an der Tafel. Dabei können folgende Fragen unterstützen: Fällt dir ein Lied ein, das deine Stadt zum Thema hat? Wie sprechen Rapper/Musiker über ihre Stadt oder ihr Viertel? Welche Rolle spielt Herkunft vor allem in der Rapmusik?
  • Erarbeitung: Die Lehrkraft leitet zum Beitrag „Wohnen hat Geschichte – Hannover Mühlenberg“ über. Die Schülerinnen und Schüler hören und sehen das Video. Vor dem ersten Durchgang gibt die Lehrkraft folgende Fragen mit: Worum geht es? Welche Stimmung wird in dem Lied transportiert? Was fällt euch auf?

Im Plenum werden die ersten Eindrücke besprochen

Beim zweiten Mal Hören sollen die Schülerinnen und Schüler Notizen über das Gehörte machen. Dabei können folgende Fragen leiten: Was erfahrt ihr über Hannover Mühlenberg? Welche Stilmittel könnt ihr ausmachen? Welche Aspekte sind hängen geblieben? Wie wirken Musik und Video zusammen?

Im Plenum werden die Erkenntnisse gesammelt und eingeordnet. Dafür kann die Lehrkraft eine Tabelle an der Tafel fixieren:

InhaltAusdrucksform, Stilmittel (bez. Lied und Bild)Wirkung
  • Vertiefung: Die Schülerinnen und Schüler dürfen nun selbst aktiv werden. In Kleingruppen sammeln sie Ideen, wie sie ihr Viertel oder ihren Stadtteil in einem Song repräsentieren würden. Dabei sollen die Impulse der Brainstorming-Runde am Anfang der Stunde (die noch an der Tafel stehen) mit den Erkenntnissen aus dem Musik-Beitrag verbunden werden. Die stichpunktartig gesammelten Ideen können als Basis für eine weitere Beschäftigung mit dem Thema (Wohn-)Geschichte dienen.
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Über den Autor

Jan Müller

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