Wenn die EU mit anderen Ländern oder Wirtschaftsräumen über Freihandelsabkommen verhandelt, gelangt das Thema regelmäßig auf die politische Tagesordnung und in die Medien: Freihandel oder Protektionismus? Nutzt der Freihandel eher oder schadet er mehr? Erfahrt mehr in unserem Unterrichtsimpuls: Freihandel vor Gericht.
Eine differenzierte Betrachtung erfordert die Einbeziehung verschiedener Perspektiven. Das ist in diesem Unterrichtsimpuls angelegt.
Klassischerweise wird das Thema in einer Pro-Kontra-Debatte erörtert. Dieser Unterrichtsimpuls unterbreitet als Alternativvorschlag, die Debatte im Rahmen eines Tribunals, also einer Art Gerichtsverhandlung vor einem imaginären internationalen Gericht, abzuhandeln.
Globalisierung als Rollenspiel
Eure Lernenden werden zu Richter:innen, Schöff:innen, Protokollführer:innen, Journalist:innen oder Sachverständigen.
Sie setzen sich als Staatsanwält:innen mit möglichen Anklagepunkten (Nachteilen, Risiken, Schwächen des Freihandels) auseinander. Und sie formulieren die Anklage, sammeln „belastendes Material“ und benennen Zeug:innen, die die Anklagepunkte anschaulich schildern.
Als Verteidiger:innen wiederum fokussieren sie auf die Vorteile, Chancen und Stärken der Globalisierung und des Freihandels. Zudem benennen sie entsprechende Zeug:innen, sammeln „entlastende“ Dokumente oder Filmbeiträge und bringen diese in die Beweisaufnahme vor Gericht ein.
Eure Lernenden erfahren auf diese Weise nicht nur etwas über die Chancen und Risiken des Freihandels, sondern auch über den Ablauf eines Gerichtsverfahrens.
- Im Material 1 findet ihr eine kurze Einführung in die Methode Tribunal.
- Material 2 bietet euren Schülerinnen und Schülern einen Ablaufplan für die Gerichtsverhandlung orientiert an einer Hauptverhandlung eines deutschen Strafgerichts sowie Informationen zu den Aufgaben und Rechten der Beteiligten im Strafprozess.
Für die inhaltliche Erarbeitung möglicher Argumente für die Verhandlung könnt ihr eure Lernenden Informationen im Internet recherchieren lassen.
Es finden sich aber auch geeignete Materialsammlungen in Lehrwerken, z. B. im Themenheft „politik. wirtschaft. gesellschaft. Chancen und Risiken weltwirtschaftlicher Verflechtungen“ (978-3-12-007580-6). Dieses enthält beispielsweise eine Zusammenstellung möglicher Argumente und „Zeugenaussagen“ aus verschiedenen Perspektiven (Verbraucher:innen, Arbeitnehmer:innen, Unternehmen, Regierung, Umwelt, Situation in Schwellen- und Entwicklungsländern).
Unterrichtsimpuls: Freihandel vor Gericht – Einbettung in den Unterricht
Die Methode kann an einem Projekttag oder über mehrere Doppelstunden im Rahmen einer Unterrichtseinheit zu den Themenfeldern Globalisierung bzw. Freihandel versus Protektionismus durchgeführt werden.








Hinterlasse einen Kommentar