Einstiege sind die Türöffner in den Unterricht und seine Thematik – sie sollen Interesse wecken und gleichzeitig den bevorstehenden Lernprozess strukturieren. Beides kann euch mit Schiebebildern gelingen, die ihr mit dem Online-Werkzeug „Juxtapose“ selbst erstellt könnt. Erfahrt hier mehr in unserem Medientipp: Schiebebilder und räumliche Entwicklungsprozesse.
Geographie als Raumwissenschaft beschäftigt sich mit Strukturen, Prozessen und Merkmalen auf der Erdoberfläche. Diese verlaufen oft plötzlich, können sich aber auch über längere Zeiträume in regelmäßigen Abständen ereignen oder manifestieren.
Schiebebilder erstellen
Das Online-Werkzeug „Juxtapose“ bietet die Möglichkeit, solche Prozesse zu veranschaulichen. Es können eigene Schiebebilder erstellt werden, bei denen zwei Bilder mit gleichem Raumausschnitt bzw. aus gleicher Perspektive, jedoch mit inhaltlichen Unterschieden, übereinandergelegt werden. Mithilfe des Schiebereglers ist es anschließend möglich, das erste Bild schrittweise durch das zweite zu ersetzen. So werden räumliche Prozesse besonders anschaulich visualisiert.
Nutzen als Einstieg
Die so geschaffene deutliche Darstellung raumbezogener Veränderungen eignet sich besonders gut als problemorientierter Einstieg. Die Unterschiede „springen“ beim Schieben ins Auge und sind oft deutlich leichter wahrnehmbar als bei nebeneinanderliegenden Bildern. Günstigenfalls führen die Unterschiede beider Bilder zu einer kognitiven Dissonanz bei den Schülerinnen und Schülern, sodass deren Interesse am Unterrichtsgegenstand geweckt wird. Die von den Schülerinnen und Schülern beschriebenen Veränderungen führen so fast organisch zur Frage nach der Ursache oder den Folgen des räumlichen Prozesses und entsprechen somit dem typischen Ursache-Wirkung-Schema vieler Geographiestunden.
Medientipp Schiebebilder und räumliche Entwicklungsprozesse: Einbettung im Unterricht
Als einfachste und zugleich wirkungsvolle Verwendung eignen sich Satellitenbilder in besonderem Maße zur Erstellung eigener Schiebebilder. Mit Google Earth lassen sich historische Satellitenbilder über gegenwärtige legen und so die strukturellen Veränderungen eines Raumes aufzeigen. Dies eignet sich für fast alle gängigen Themen des Erdkundeunterrichts, zum Beispiel:
- Stadtentwicklung, Beispiel Kairo: Ausdehnung der Siedlungsfläche zulasten der Grün- bzw. Agrarflächen sowie Besiedlung von Wüstenflächen
- Sonderwirtschaftszonen als Entwicklungsimpuls, Beispiel Sihanoukville: Zunahme der bebauten Flächen sowie infrastrukturelle Erschließung innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne aufgrund der Ansiedlung einer Sonderwirtschaftszone
- Auswirkungen des Braunkohleabbaus, Beispiel Immerath: „Wandern“ des Tagebaus sowie Rekultivierung und agrarische Nutzung der alten Tagebaue
Ebenso bietet Google Earth die Möglichkeit, einfache Screenshots zu erstellen und diese dann in „Juxtapose“ zu nutzen. Eine weitere Verwendung kann auch mit anderen Bildtypen erfolgen, beispielsweise mit Comics, Fotos, Memes, Karten, Karikaturen, o.Ä.
Möchte man so einen Vergleich mit Karten machen, bietet übrigens auch der neue Haack-Atlas zahlreiche interaktive Zeitschnittkarten:
Das Tool „Juxtapose“ steht hier zur Verfügung:








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