Der Einsatz der zusammengestellten Ressourcen und Ansätze kann Schülerinnen und Schülern helfen, ein tieferes Verständnis für die Hintergründe des sogenannten Nahost-Konflikts zu entwickeln, sich über die aktuellen Geschehnisse zu informieren und diese besser einzuordnen. Darüber hinaus schulen sie die Fähigkeit zur Quellenkritik und zur analytischen Auseinandersetzung mit Berichten zum Kriegsgeschehen.
Die Materialien fördern so ein ausgewogenes Verständnis für die Hintergründe und Entwicklung des sogenannten Nahost-Konflikts und informieren über menschenfeindliche Argumentations- und Denkmuster. Pädagogische Tipps für Lehrkräfte betonen empathisches Zuhören, Multiperspektivität und den Umgang mit Vorurteilen in einem sicheren Diskussionsraum.
Hintergründe und Folgen des „Nahost-Konflikts“
Zur Klärung historischer Hintergründe des Konflikts ist beispielsweise der Artikel „Der israelisch-palästinensische Konflikt“ von der Bundeszentrale für politische Bildung empfehlenswert. Der Beitrag bietet einen Überblick über die Ereignisse bis zur Staatsgründung Israels im Mai 1948. Er kann inhaltlich durch den Artikel „Der Nahostkonflikt“ von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg ergänzt werden.
Die Terrorangriffe der Hamas auf Israel und ihre Folgen ordnet das Video von Mr. Wissen 2go (ZDF funk) schülergerecht ein. Auf der Seite des Deutschlandfunks ist ein „Newsticker“ zu den aktuellen Geschehnissen zu finden. Das Hamburger Landesinstitut stellt unter anderem eine Reihe künstlerischer Schul- und Praxisprojekte zum Thema „Nahost-Konflikt“ vor – so zum Beispiel einen Comic zu einer Schülerreise nach Israel, in dem die die Perspektiven verschiedener Protagonisten multiperspektivisch zur Geltung kommen.
Berichterstattung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Wertvoll sind gerade in aktualitätsgetriebenen Zeiten auch die zusätzlichen Materialien, die über Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit informieren und aufklären und vom Hamburger Landesinstitut zusammengestellt wurden. Beispiele hierfür sind der Beitrag „Antisemitismus“ von der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) und der „Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit“,entgegengenommen durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat.
Diese Materialien können Schülerinnen und Schülern helfen, die teilweise entgleisenden Debatten in den sozialen Medien zum Thema kritisch zu hinterfragen.
Ebenfalls wertvoll sind eine Reihe weiterer Faktenchecker-Websites, die Hinweise auf Desinformationskampagnen im Internet geben (z.B. Volksverpetzer.de oder Tagesschau.de/Faktenfinder).
Umgang mit dem „Nahost-Konflikt“ im Unterricht
Die vorgenannten Materialien geben Lehrkräften einige Hilfestellungen mit, um den sogenannten Nahost-Konflikt aktuell im Unterricht zu integrieren. Darüber hinaus bietet der Artikel „Kriegsbilder und Hetze: So helfen Sie Kindern und Jugendlichen bei der Verarbeitung“ (klicksafe.de) wertvolle Ratschläge, wie Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt werden können, mit der belastenden Kriegsberichterstattung umzugehen.
Außerdem hat unsere Reli-Ethik-Redaktion das Thema unter der Überschrift „Immer wieder: Krieg“ ebenfalls aufgenommen und widmet sich der Frage, wie man auch in diesen Tagen versuchen kann, die Sprache der Hoffnung nicht zu verlieren. Auch diesen Beitrag legen wir allen gerne ans Herz:
Einbettung im Unterricht
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der „Nahost-Konflikt“ thematisch in den Unterricht eingebettet werden kann:
- Politik
Im Politikunterricht kann zu Beginn jeder Stunde eine Art Tagesschau von den Schüler:innen organisiert werden. Das bedeutet, dass zwei Schüler:innen zu Beginn 5-10 Minuten über aktuelle Themen berichten und sie für die Mitschüler:innen verständlich erklären. - Geschichte
Im Geschichtsunterricht könnte der Konflikt in den größeren Kontext eingebettet werden. Schüler:innen könnten arbeitsteilig die historischen Ereignisse, die zur Entstehung des Konflikts geführt haben, sowie die verschiedenen Friedensbemühungen und Konfliktlösungsstrategien untersuchen und ihre Ergebnisse vorstellen. - Medienkompetenz
Im Rahmen des Unterrichts könnten Lehrpersonen den Fokus auf die Analyse der Berichterstattung legen. Schüler:innen könnten lernen, wie Nachrichtenberichte und soziale Medien den öffentlichen Diskurs beeinflussen und welche Auswirkungen falsche Informationen haben können. Dies ist im Geschichts- und Politikunterricht, aber auch im Deutsch-, Ethik- und Medienunterricht möglich.


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