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Konfliktanalyse (Teil 2/7): Die Akteure des Israel-Palästina-Konflikts

Im Sozialwissenschafts- und Politikunterricht der Oberstufe bietet die Konfliktanalyse am Beispiel des Nahostkonflikts eine praxisnahe Möglichkeit, theoretisches Wissen zu Krieg, Frieden und internationalen Konflikten anzuwenden.

Als Beispiel haben wir den Israel-Palästina-Konflikt (verkürzt häufig auch „Nahostkonflikt“ genannt) gewählt, an dem besonders eindrücklich historische Grundlagen als auch aktuelle Entwicklungen nachvollzogen werden können. Durch die erneute Aktualität dieses Konflikts seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 sind in den Schulgemeinschaften viele Fragen entstanden. Die Blog-Beiträge zur Konfliktanalyse geben eine Unterstützung zur Beantwortung dieser Fragen und bei der Versachlichung der Debatten.

Konfliktanalyse im Fach Sozialwissenschaften bzw. Politik-Wirtschaft

Die Methode der Konfliktanalyse gliedert sich in sechs Bereiche:

  1. Genese des Konflikts
  2. Akteure im Konflikt
  3. Interessen der Konfliktparteien
  4. Mittel zur Durchsetzung der Interessen
  5. Reaktionen der internationalen Gemeinschaft
  6. Lösungsansätze, Lehren, Konsequenzen

Diese Struktur lässt sich auf alle Konflikte anwenden und fördert die Urteilsbildung der Lernenden.

Konfliktanalyse Teil 2: Die Akteure des Israel-Palästina-Konflikts

In diesem zweiten Teil unserer siebenteiligen Konfliktanalyse wird es um die Akteure in diesem Konflikt gehen.

Um den Konflikt in seiner Komplexität und Aktualität umfassend zu verstehen, ist es wichtig, einen Blick auf die beteiligten Akteure zu werfen. Die Leitfrage ist hierbei „Wer sind die wichtigen Akteure des Konflikts?“. Diese soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die Komplexität es Konflikts aufgrund der unterschiedlichen Interessen aller Konfliktparteien besser zu verstehen und beurteilen zu können.

Nahostkonflikt: Einstieg in die Untersuchung der Akteure

Der Einstieg in die Unterrichtseinheit kann mithilfe eines Bildimpulses ähnlich der dargestellten Abbildung erfolgen.

Dieser Bildimpuls wird mit den Impulsen „Beschreibt die Abbildung!“ und „Benennt, welche Konfliktparteien euch bereits bekannt sind!“ unterstützt.

Durch diese Impulse werden die Lernenden zu einer ersten Sammlung der einzelnen Akteure ermutigt. Diese sind sehr wichtig und geben Hinweise auf die große Komplexität der Situation im Nahen Osten, die weit über den Konflikt von Israel und den Palästinensern hinausgeht und so auch teilweise eine Erklärung über die weltweite Unruhe und Polarisierung im Anschluss an den 7. Oktober liefern.

Die anschließende fachliche Vertiefung kann mittels des Unterrichtsgesprächs erfolgen. Die Lernenden sollen hier bereits erste Hypothesen über die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Konfliktparteien entwickeln, etwa dass viele der Akteure Israel oder die Palästinenser auch aus eigenem Interesse unterstützen, wie etwa Iran, die Türkei oder die USA.

Im Nahen und Mittleren Osten treffen viele Interessen aufeinander.

Nahostkonflikt: Erarbeitung

Um die Hypothesen näher zu untersuchen, greifen die Lernenden auf Kurzprofile zu wichtigen Akteuren des Konfliktes zurück (Kopiervorlage M1).

Im Anschluss daran verteilt ihr die vorbereiteten Kurzprofile an die Lerngruppe. Es bietet sich an, hier arbeitsteilig zu arbeiten, entweder in Form von Kleingruppen oder in Form eines Gruppenpuzzles. Gemeinsam im Plenum werden dann die verschiedenen Akteure vorgestellt und die entwickelten Schaubilder diskutiert.
Alternativ bietet sich auch ein kreativer Ansatz an, etwa in Form einer Erstellung eines Lernvideos oder einer Podcast-Folge, in der die Ergebnisse vorgestellt werden.

Nahostkonflikt: Vertiefung

Durch die Erarbeitung der zentralen Akteure ergeben sich für die Lernenden neue Fragen und sie erkennen, dass es sich bei dem Konflikt nicht nur um einen Konflikt zwischen Israel und Palästina handelt, sondern viele Akteure an diesem Konflikt beteiligt sind, was eine mögliche Lösung so komplex macht. Zur Vertiefung dieser Sequenz bietet es sich vor allem an, die Rolle der Vereinten Nationen herauszuarbeiten, die grundsätzlich bei einer Lösung helfen könnten. Als Impuls kann hier die von Malta am 15.11.2023 eingereichte und verabschiedete Resolution bezüglich einer Feuerpause in Gaza herangezogen werden.

Im weiteren Verlauf der Sequenz können die Informationen zu den Akteuren erneut verwendet werden, um z.B. eine Konferenz zu simulieren, in der über den Frieden beraten wird.

  1. Ausblick: In Teil 3 der Konfliktanalyse geht es um die Interessen der zentralen Konfliktparteien Israel und Palästina im Konflikt.
  2. Hier geht es zu Teil 1 der Konfliktanalyse: „Die Genese des Israel-Palästina-Konflikts“

Konfliktanalyse (Teil 1/7): Die Genese des Israel-Palästina-Konflikts

Konfliktanalyse (Teil 3/7): Die Interessen der Konfliktparteien

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Über den Autor

Autorenteam David Beckeherm und Daniel Fliesen

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3 Kommentare

  1. Laura Beusmann 5. Juni 2024 um 14:52 Uhr - Antworten

    Werden die Rolle und Interessen der BRD als Akteur mit den Worten „indirekt“, „diplomatisch“, „Frieden“ und „Vermittler“ hier nicht etwas verzerrt und verklärt dargestellt, angesichts ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen, nationalen und geopolitischen Interessen sowie finanziellen, wirtschaftlichen und militärischen Zuwendungen seit Gründung des Staates Israel (vgl. D. Marvecki: „Absolution? Israel und die deutsche Staatsräson“).

  2. Oliver Göbel 5. September 2024 um 9:01 Uhr - Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    vielen Dank für das tolle Material. Eine Frage hätte ich bzgl. der Materialien zu den Akteuren. Die Texte auf dem Arbeitsblatt sind Autorentexte. Gibt es dazu ein Quellenverzeichnis, woher die Informationen stammen. Diese Frage kam nämlich im Unterricht auf und ich versprach, noch einmal nachzufragen.

    Mit freundlichen Grüßen

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