Waldbrände in Südkalifornien: Ursachen und Voraussetzungen
Schauen wir allein auf die verheerenden, im Januar 2025 wütenden Waldbrände in Südkalifornien, so müssen wir feststellen, dass es sich dabei zunächst um ein einzelnes Ereignis handelt, aus dem noch nicht auf einen klimatischen Trend geschlossen werden kann. Auch haben die festgestellten oder vermuteten unmittelbaren Ursachen der einzelnen Brände, beispielsweise der fahrlässige Umgang mit offenem Feuer und brennbaren Gegenständen, defekte elektrische Anlagen oder Funkenflug, zunächst nicht direkt etwas mit dem Klima zu tun.
Waldbrandentstehung
Ein Blick auf die Voraussetzungen zur Brand-entstehung zeigt: Nach mehreren schweren Dürrejahren kam es im Winter 2022/23 in Kalifornien zu sehr starken Niederschlägen, die zu großflächigen Überschwemmungen, Erdrutschen und Infrastrukturschäden führten (Daniel L. Swain et al. 2025, S. 36). Aufgrund des Wasserüberschusses setzte ein üppiges Wachstum der Vegetation ein, be-günstigt durch den niederschlagsreichen Winter 2023/24. 2024 folgten sehr trockene, warme Sommer- und Herbstmonate. Selbst die sonst niederschlagsreichen Monate Dezember und Januar blieben trocken.

Zusammenwirken der Brandursachen
Dies führte zu einem starken Wasserdefizit im Boden und einem Austrocknen der Pflanzenbedeckung. Somit war reichlich brennbares Material vorhanden und es benötigte nur noch eines Ereignisses, um einen Vegetationsbrand auszulösen. Darüber hinaus wehten Anfang Januar über der Region sehr starke warme, trockene Föhnwinde, die sog. Santa-Ana-Winde. Diese verstärkten die Austrocknung von Böden und Vegetation, fachten die entstehenden Brände an und verwehten die Glut, wodurch neue Brandnester entstehen konnten.
Wetterextreme und Klimawandel

Daniel Swain und andere Forschende der University of California wiesen nach, dass diese subsaisonalen, abrupten Wechsel von starken, langanhaltenden Dürren und Starkregenereignissen weltweit seit der Mitte des 20. Jahrhunderts um 31-66% zuge-nommen haben. Und ihre Häufigkeit wird sich bei anhaltender globaler Erwärmung noch erhöhen. Im regionalen Maßstab zeigt sich diese Zunahme der hydroklimatischen Variabilität u. a. in Übergangsregionen zwischen der tropischen und außertropischen Zirkulation, z. B. im Südwesten der USA und in Kalifornien (a. a. O., S. 35-40).
Zunahme der Waldbrände in den USA
Auch der Weltklimarat IPCC sieht es als sehr sicher an, dass die menschengemachte globale Erwärmung in Nordamerika zu einem wärmeren, trockeneren Klima und einer Ausweitung potenzieller Brandflächen führte. So lässt sich v. a. eine Zunahme der jährlichen Zahl großer Waldbrände und Brandflächen im Westen der USA beobachten (IPCC 2022: North America, S. 1948).
Hydroklimatische Variabilität und globale Erwärmung
Wie führt nun die globale Erwärmung zu einer Erhöhung der hydroklimatischen Variabilität? Eine wärmer werdende Atmosphäre kann auch mehr Feuchtigkeit aufnehmen und speichern. So nimmt die maximale Wasserdampfaufnahmefähigkeit der Luft entsprechend der Clausius-Clapeyron-Gleichung pro Grad Celsius Erwärmung um etwa sieben Prozent zu (s. Tabelle). Einerseits führt dieser Effekt dazu, Böden und Pflanzen über Verdunstung mehr Wasser zu entziehen. Dies äußert sich in ausgeprägten Dürren und einem höheren Gefahrenpotenzial für Vegetationsbrände. Andererseits steigt unter diesen Bedingungen auch die Neigung zu intensiveren, konvektiven Niederschlägen (Swain et al. 2025, S. 41f.).
| Maximale Wasserdampfaufnahmefähigkeit der Luft in Abhängigkeit von der Temperatur | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Temperatur | -0,5° C | 0° C | 5° C | 10° C | 15° C | 20° C | 25° C | 30° C | 35° C |
| Max. Wasserdampfgehalt | 3,3 g/m³ | 4,8 g/m³ | 6,8 g/m³ | 9,4 g/m³ | 12,8 g/m³ | 17,3 g/m³ | 23,1 g/m³ | 30,4 g/m³ | 39,6 g/m³ |
Waldbrände in Kalifornien: Folge des Klimawandels? – Einbettung im Unterricht
Dürren, Waldbrände, Starkregen und weitere Folgen der globalen Erwärmung: Zusammenhänge mit dem Erklärvideo „Der Klimawandel“ erschließen
- Die Auseinandersetzung mit der Naturkatastrophe Waldbrände soll hier als Aufhänger dienen, mit dessen Hilfe sich die Schülerinnen und Schüler die vielfältigen Auswirkungen und Ursachen des menschengemachten Klimawandels erschließen können.
- Die Themenfelder Naturkatastrophen und menschengemachter Klimawandel haben nicht nur eine existenzielle Bedeutung, sondern auch eine hohe gesellschaftliche und mediale Relevanz. Es ist davon auszugehen, dass die meisten Schülerinnen und Schüler motiviert sind, sich damit im Unterricht auseinanderzusetzen. Aber die Komplexität des Themas sowie der Abstraktionsgrad der verwendeten Modelle sind hoch. Daher ist es umso wichtiger, den Schülerinnen und Schülern einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zum Thema zu ermöglichen bzw. didaktisch reduzierte, anschauliche Unterrichtsmaterialien anzubieten. Aber andererseits soll das Thema in seiner ganzen Breite inhaltlich fundiert beleuchtet werden. Hier kann der Einsatz eines geeigneten Erklärvideos hilfreich sein.
Auch wenn es sich um ein fachübergreifendes Thema handelt, hat sich gerade die Geographie in den letzten Jahren stark dem Thema „menschengemachter Klimawandel“ angenommen. Somit findet es auch in den Lehrplänen und im Unterricht eine immer stärkere Berücksichtigung. Dabei geht es aber nicht nur um die naturwissenschaftliche Erklärung, sondern auch um die gesellschaftliche Relevanz. Damit leistet das Fach einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Einsatz eines Erklärvideos im Unterricht
- Erklärvideos bieten sich vor allem dann als Unterrichtsmedien an, wenn Texte und Abbildungen nicht ausreichen, um komplexe oder sehr abstrakte Sachverhalte anschaulich und knapp zu erläutern (Krämer und Böhrs 2017, S. 255). Durch die Verknüpfung von bewegten Bildern, dem gesprochenen Wort und Textelementen sprechen Erklärvideos mehrere Sinne gleichzeitig an. Auf diese Weise reduzieren sie die kognitive Belastung der Lernenden und werden verschiedenen Lernstilen gerecht. So können Erklärvideos durch ihre multisensorische Wirkung, eine ansprechende Gestaltung, eine geeignete erklärende Person und den Einsatz interaktiver Elemente sowohl die Motivation und Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler steigern, als auch den Lernerfolg erhöhen (Findeisen et al. 2019, S. 29f.).
- Die Lernerfolge mit Erklärvideos sind besonders hoch, wenn interaktive Elemente oder geeignete Zusatzmaterialien eine individuelle und aktive Verarbeitung der dargebotenen Inhalte ermöglichen (Findeisen et al. 2019, S. 23ff.). Diesem Zweck dient die folgende Kopiervorlage:
Vorschlag für den Einsatz im Unterricht
- Einstieg: Auswertung aktueller Medienberichte oder Bildauswertung im Unterrichtsgespräch, z.B. über das Foto zu diesem Artikel. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler zunächst das Ereignis bzw. das auf dem Foto abgebildete beschreiben und anschließend erste Hypothesen zu den Ursachen der Feuerkatastrophe entwickeln.
- Erarbeitung: Bearbeitung der Kopiervorlage (Aufgaben 1-3) in Verbindung mit dem ersten Teil des Erklärvideos „Der Klimawandel – Teil 1: Die Auswirkungen des Klimawandels“ in Partnerarbeit.
- Sicherung: gemeinsame Besprechung der Arbeitsergebnisse und Überprüfung der Hypothesen im Unterrichtsgespräch.
• Tipps zur Binnendifferenzierung: Lösungshilfen der beigefügten Kopiervorlage
• Zeitansatz für das Unterrichtsbeispiel: eine Unterrichtsstunde
Weiterführende Unterrichtstipps
- Erarbeiten von Ursachen des Klimawandels mithilfe des zweiten Teils des Erklärvideos „Der Klimawandel – Teil 2: Ursachen des Klimawandels“.
- Erarbeitung/Diskussion von Anpassungsmöglichkeiten an die Klimawandelfolgen, hier speziell der Schutz vor Dürren und Waldbränden zur Erhöhung der Resilienz. Dies kann beispielsweise durch eine Internetrecherche in Verbindung mit der Bearbeitung des dritten Teils des Erklärvideos „Der Klimawandel – Teil 3: Handlungsmöglichkeiten“ erfolgen.
Quellen und Links
- Hicke, J. A., S. Lucatello, L. D., Mortsch, J. Dawson, M. Domínguez Aguilar, C. A. F. Enquist, E. A. Gilmore, D. S. Gutzler, S. Harper, K. Holsman, E. B. Jewett, T. A. Kohler, and K. A. Miller, 2022: North America. In: Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. Contribution of Working Group II to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [H.-O. Pörtner, D. C. Roberts, M. Tignor, E. S. Poloczanska, K. Mintenbeck, A. Alegría, M. Craig, S. Langsdorf, S. Löschke, V. Möller, A. Okem, B. Rama (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, UK and New York, S. 1948f.; unter: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/chapter/chapter-14/
- Swain, D. L. et al.: Hydroclimate volatility on a warming Earth, in: Nature Reviews Earth & Environment, Volume 6/January 2025, S. 35-50; unter: https://www.nature.com/articles/s43017-024-00624-z
- Findeisen, S., S. Horn, J. Seifried: Lernen durch Videos – Empirische Befunde zur Gestaltung von Erklärvideos, in: MedienPädagogik 10/2019, S. 16-36; unter: https://doi.org/10.21240/mpaed/00/2019.10.01.X
- Krämer, A., S. Böhrs: How Do Consumers Evaluate Explainer Videos? An Empirical Study on the Effectiveness and Efficiency of Different Explainer Video Formats, in: Journal of Education and Learning, Vol. 6, No. 1, 2017, S. 254-266


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