Die Nordsee nagt beharrlich an Sylts Küste. Und ohne Küstenschutzmaßnahmen wäre die Insel wohl schon dem Meer zum Opfer gefallen. Der Schutz vor Erosion mittels Deichen ist nicht umsetzbar, weil der Meeresboden zu rasch abfällt. Aber welche Maßnahmen sind sinnvoll für den Küstenschutz an Nordseeküste und Wattenmeer?
Küstenschutz an Nordseeküste und Wattenmeer
Küstenschutz wird an der schleswig-holsteinischen Nord-seeküste großräumig betrieben. Das ist auch geboten, da die Region dem Einfluss der Gezei-ten und damit Erosion sowie Sedimentation ausgesetzt ist. Aktuell wichtig für diese Region ist, dass der Meeresspiegel steigt und damit die Notwendig-keit des Küstenschutzes. In der Deutschen Bucht steigt der Meeresspiegel jährlich um 1,7 bis 4,1 Millimeter. Deiche müssen erhöht werden oder, wie auf Sylt, Sand vorgespült werden, um bei Sturmfluten nicht zu viel Land zu verlieren.

Küstenschutz im Geoökosystem Wattenmeer
Interessant ist für Lernende insbesondere, dass die Wirkun-gen menschlicher Eingriffe in das Geoökosystem Wattenmeer nicht vorhersehbar sind. So wurden Tetrapoden (s. Bilder unten) ursprünglich auf Sylt installiert, um die zunehmende Erosion des Geestkerns der Insel aufzuhalten. Allerdings sorgten durch Reflexionen ausgelöste Turbulenzen und die küsten-parallele Strömung für eine noch stärkere Erosion. Dennoch blieb man zunächst bei dieser Maßnahme. Erst 1972 wurde mit den bis heute andauernden Sandvorspülungen begonnen.
Quelle für die Karteninhalte: Ministerium für Energiewende, Landwirt-schaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein: Generalplan Küstenschutz des Landes Schleswig-Holstein (2013)

Küstenschutz mit Tetrapoden an der Nordseeküste
Einbettung im Unterricht
Küstenschutz an Nordseeküste und Wattenmeer – Einstieg:
Um für die Lernenden einen guten Überblick über einige Möglichkeiten des Küs-tenschutzes zu erreichen, kann mit den Tetrapoden begonnen werden. Vermutlich äußern die Schülerinnen und Schüler, dass die Tetrapoden nicht mehr im Küstenschutz auf Sylt einsetzt, weil diese vielleicht:
- zu alt oder
- zu teuer geworden sind,
- man andere Maßnahmen unternimmt, um die Küste zu schützen, oder
- sich die Tetrapoden eventuell im Wasser auflösen.
Am Ende des Unterrichtsimpulses kann auf diese Hypothesen zurückgekommen werden.
Erarbeitung und Ergebnisse:
- Schritt 1:
In der Erarbeitung betrachten die Schülerinnen und Schüler die im Beitrag gezeigte Karte. Hier erkennen sie, wo überall in der Region Küstenschutz betrieben wird. Ebenso wird deutlich, dass weiter nördliche liegende Regionen besonders unter dem Einfluss der Gezeiten stehen. Zusätzlich zum Betrachten der Karte tauschen sich die Schülerinnen und Schüler untereinander darüber aus, was sie bereits über das Thema Küstenschutz wissen. - Schritt 2:
Die Schülerinnen und Schüler ermitteln über eine Internetrecherche selbstständig, warum Tetrapoden als Küstenschutzmaßnahme ungeeignet sind. - Schritt 3:
Die Lernenden sollen nun verstehen, wie Küstenschutz auf Sylt heute funktioniert. Eine wichtige Vorraussetzung, um das Thema adäquat erfassen zu können, ist folgendes Hintergrundwissen: Die Wellenenergie soll mit Küstenschutzmaßnahmen abgeschwächt werden, um die Erosion zu reduzieren. Diese Problematik kann beispielsweise über einen Lehrervortrag vermittelt werden. Wichtig ist die Information, dass das Gelände bei Deichen langsam ansteigt, um die Wellenenergie zu reduzieren. Mit diesem Wissen können die Lernenden eigenständig herausarbeiten, warum Sandvorspülungen sinnvoller sind als Tetrapoden. Folgender Erklärfilm der FWU Institut für Film und Bild zu „Küstenschutz und Landgewinnung“ liefert hilfreiche Informationen zu Tetrapoden und Sandvorspülungen:
Als weitere Vertiefung können die Schülerinnen und Schüler den folgenden Film anschauen:
Hier wird deutlich, dass auch Sandvorspülungen Nebenwirkungen haben. Denn die tiefen Löcher im Küstenvorland im Boden von Sylt füllen sich mit Schlick, sodass z. B. Fischlarven dort schlechter leben können. Dies ist ein zweites Beispiel dafür, dass Eingriffe in das Geoökosystem ungeahnte Probleme erzeugen können. Die wissenschaftliche Begleitung von Eingriffen kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und dagegenzusteuern, ehe größere Schäden entstehen.
- Schritt 4:
Zum Abschluss werden die anfänglich geäußerten Hypothesen überprüft. Es ist hier wichtig, noch einmal zusammenzufassen, dass Küstenschutzmaßnahmen als Eingriffe in das Geoökosystem nicht folgenlos bleiben.
Küstenschutz an Nordseeküste und Wattenmeer – Quellen und Links:
https://www.helmholtz-klima.de/aktuelles/die-nordsee-im-klimawandel-hier-steigt-das-wasser
https://www.sylt.de/stiftung-kuestenschutz/kuestenschutz-klima


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