Störungen im Unterricht nehmen sich Raum. Sie haben Vorrang, denn sie können den Fortgang behindern. Aber Unterbrechungen im Unterricht haben auch positives Potenzial – nämlich durch das wertschätzende Zuwenden zur „störenden“ Person!
Tipps, die haften bleiben!
Unsere Kategorie „Tipps, die haften bleiben“ versteht sich als Anreger für den Umgang mit schwierigen Themen im und rund um den Unterricht. Wir erheben keinen Anspruch darauf, jeden Gegenstand vollumfänglich und in perfekter Expertise abzudecken. Aber wir haben Ideen!
Störungen? – Können wir!
Jede und jeder kann stören und tut das (un)bewusst in verschiedenen Kontexten. Das gehört zum Menschsein dazu. Als soziale, kommunikative Wesen agieren wir täglich mit anderen. Unser freier Wille und Bewusstsein sind mächtige Triebfedern, um Gedanken, Gefühlen und Absichten Ausdruck zu verleihen. Und sei es in Form von Störungen, zum Beispiel im Unterricht.


Unterbrechungen nehmen Raum im Unterricht
Wer stört, hat Vorrang und nimmt sich Raum: Da platzt jemand im Unterricht mit etwas heraus, das nicht zum Geschehen passt und dessen Fortgang unterbricht. Harmlos mögen ein Kommentar oder Unruhe sein. Gravierender sind beispielsweise Provokationen, Aggressionen und die Verweigerung der Mitarbeit. Da jeder Mensch einzigartig ist, stehen unterschiedlichste Motive hinter jeder Störung. Es kann hilfreich sein, nach diesen zu fragen. Aber habe ich immer die Zeit dazu? Werde ich meinem Gegenüber damit gerecht? Befriedet es die Situation? Viele Fragen, die letztlich dahin führen, dass ich nicht unbedingt die Person beeinflussen kann, die unterbricht, wohl aber meinen Umgang mit der Situation. Ja, bestimmte Störungen verlangen ein sofortiges Eingreifen, beispielsweise wenn sie eine Gefahr darstellen. Aber sie bergen auch positives Potenzial: Denn sie offenbaren den Menschen hinter der Aktion. Jetzt besteht die Möglichkeit, noch vor der Ermahnung etwas Wertschätzendes zum Ausdruck zu bringen.
Ich seh dich – nicht nur die Störung!
Ich kann die Person loben, beispielsweise für die Mitarbeit, kreativen Einfälle, Hilfsbereitschaft und Lebendigkeit, welche sie sonst einbringt. Konkret: Positive Beziehung zur störenden Person aufbauen (Zuhören, Zuwenden, Hilfe anbieten), besonnen reagieren, keine Bloßstellung des Gegenübers sowie Stärken, Kompetenzen und Talente der störenden Person hervorheben. Ein solcher Ansatz nimmt den Menschen wahr – nicht nur die Unterbrechung. Selbstverständlich ist dieser Weg nicht der einzig mögliche, um mit Störungen umzugehen. Aber er eröffnet den Blick auf den Menschen und nicht den Akt des Irritierens. Versuchen lohnt sich!









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