Der steigende Kaffeekonsum in Deutschland und Europa ist und bleibt ein hochaktuelles Thema. Beachten sollte man jedoch, dass das Milliardengeschäft mit den wertvollen Bohnen negative Auswirkungen auf die Umwelt hat und ihr Anbau bis heute nicht angemessen vergütet wird. Dieser Unterrichtsimpuls gibt einen ersten Einstieg in das Thema „Kaffee/Kaffeemarkt“.
Kaffee – das Lieblingsgetränk der Deutschen
Die Deutschen konsumieren ihr koffeinhaltiges Lieblingsgetränk Jahr um Jahr in größeren Mengen. Laut Statistik werden jährlich rund 450 Tassen Kaffee (Pro-Kopf-Verbrauch) getrunken. Damit stand Deutschland 2020 im europaweiten Vergleich auf dem achten Platz. Im Jahr 2023 befindet sich der Konsum laut Nachrichten mit vier Tassen pro Tag sogar auf dem Rekordstand.
Bis heute sind nicht nur verschiedene Kaffeespezialitäten des Genussmittels bekannt, die sich im besonderen Maße in Röstung und Geschmack unterscheiden, sondern auch diverse Varianten der Zubereitung (French Press, Cold Brew u.a.).
Kaffee – Herkunft und Geschichte
Der Name „Kaffee“ kommt aus dem Arabischen und leitet sich von „Kahwe“ bzw. „Qahwa“ ab, welche sich mit „Lebenskraft“ bzw. „Stärke“ übersetzen lassen. Der Ursprung des Getränkes liegt im afrikanischen Äthiopien, in dem die Kaffeebohne um das neunte Jahrhundert entdeckt wurde. Einer alten Geschichte nach bemerkte zu dieser Zeit ein Hirtenjunge an seinen Ziegen die belebende Wirkung der Kaffeebohne nach dem Verzehr von Kaffeekirschen. Von diesem Zeitpunkt an nahm die Verbreitung des Kaffees ihren Lauf.
Kaffee als Handelsgut
Kaffee ist ein globales Handelsgut und sein Handel ein weltumspannendes Geschäft, in dem zahlreiche Akteure tätig sind. Hierbei müssen zum einen die Handelswege als auch die Beteiligten (Pflanzer, Exporteure, Importeure u.a.) in den Blick genommen werden. Es gibt rund 12,5 Millionen Kaffeefarmen, welche sich am Kaffeeanbau beteiligen, und der Großteil (etwa 74 %) wird in andere Länder exportiert. Als wichtigster Kaffeeproduzent gilt neben Vietnam und Indonesien bis heute Brasilien.
Der Lerninhalt des Themas ist für Schüler*innen bedeutsam, da sie einen kritischen Blick auf den ansteigenden Kaffeekonsum und die damit zusammenhängenden Folgen bzw. Hintergründe werfen sollen.
Einbettung im Unterricht
Die Themen „Kaffee“/„Kaffemarkt“ bieten sich für eine Unterrichtseinheit im GeWi- oder Geographieunterricht an.
Die Lernenden sollen erkennen, dass das Getränk in unserem Alltag zwar stetig an Bedeutung zunimmt, ein Teil der Produzenten jedoch noch immer nicht genügend am Umsatz beteiligt ist, da ihre Arbeit nicht angemessen vergütet wird. Des Weiteren sollen die Lernenden feststellen, dass der wachsende Kaffeekonsum ebenfalls eine negative Auswirkung auf unsere Umwelt hat.
Die Thematik „Kaffee/Kaffemarkt“ ist vielschichtig und komplex und lässt sich nicht mit einem Artikel alleine abdecken. In diesem Unterrichtsimpuls geht es um eine erste Annäherung an den Inhalt, indem sich die Schüler*innen mit dem Kaffeekonsum in Deutschland beschäftigen. Zudem wird ihre Aufmerksamkeit auf die Unterschiede zwischen dem Umsatz und dem Preis für den Rohkaffee gelenkt.
Nach diesem Impuls wäre es empfehlenswert, eine ausführliche Unterrichtsreihe anzuschließen, die sich mit den folgenden Themen auseinandersetzen könnte:
- Geschichte / Ursprung des Kaffees
- Kaffee als Ware / fairer Handel / nachhaltiger Umgang
- Das Geschäft mit dem Kaffee in Deutschland
Wichtig erscheint mir im Sinne des Unterrichts, dass den Schülern*innen aufgezeigt wird, dass Kaffee zwar als Produkt in Deutschland überall verfügbar ist, sein Prozess der Herstellung und Vermarktung jedoch noch zu wenig im Fokus steht.
Schritt 1:
Die Lehrkraft spielt den Schüler*innen die Sendung „Der Kaffeekonsum in Deutschland ist auf Rekordniveau“ vor. Sie dient als Aufhänger für die Unterrichtseinheit. Daraufhin werden die Schüler im Plenum nach ihrem eigenen Konsumverhalten befragt.
Leitfragen könnten z.B. sein:
- Wie viel Kaffee konsumiert ihr pro Woche?
- Habt ihr zu Hause einen Kaffeevollautomat o.ä.?
- Was schätzt ihr, wie häufig ihr euch pro Woche einen Kaffee „to go“ holt?
- Was vermutet ihr, wie viel Kaffee die Deutschen pro Jahr trinken?
Alternativ könnte die Lehrkraft eine Abstimmung mit denselben Leitfragen über Mentimeter durchführen und die Ergebnisse mit den Schüler*innen zusammen auswerten.
Schritt 2:
In einem zweiten Schritt zeigt die Lehrkraft die Grafik „Rohkaffee-Preise sinken, der Umsatz mit Kaffee steigt“ mittels Beamer. Um über die Grafik zu sprechen, würde sich die Methode think-pair-share anbieten. Die Lehrkraft bittet die Schüler*innen, sich zu folgender Frage Gedanken zu machen:
- Woran könnte es liegen, dass der Kaffee-Umsatz auf der einen Seite steigt, auf der anderen Seite aber die Rohkaffeepreise immer weiter sinken?
Im ersten Schritt sollen sich die Lernenden alleine (Phase: think) Notizen zur Frage aufschreiben. Danach sollen sie sich mit einem Nachbarn kurz austauschen (Phase: pair). Zum Schluss werden die Ideen der Schüler*innen gemeinsam im Plenum gesammelt (Phase: share) und ausgewertet.
Lösungshinweise
Schritt 1:
- die Schüler*innen geben an, wie viel Kaffee sie konsumieren und ob das Getränk in ihrer Familie bedeutend ist
- die Schüler*innen stellen Vermutungen auf, wie hoch der Kaffeekonsum in Deutschland ist; nach dem Sehen der Nachrichten (Tagesschau) geben sie voraussichtlich hohe Zahlen an
Schritt 2:
- die Schüler*innen setzen sich mit den sich gegenüberstehenden Zahlen von Kaffeeumsatz und Kaffeepreis (Rohkaffee) auseinander
- die Schüler*innen reflektieren über mögliche Gründe: z.B. geringe Bezahlung der Kleinbauern, neue kostspielige Kaffeetrends u.a.
Quellen
https://www.mentimeter.com
https://www.worldcoffee.info/
https://tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/kaffeekonsum-deutschland-rekord-101.html
https:// www.dw.com/de/geld-verdienen-mit-kaffee/a-56539055
https://www.kaffeeverband.de/de/kaffeewissen/handel
https://www.statista.com/themen/171/kaffee
https://www.dw.com/de/kaffee-wachmacher-mit-umweltfolgen/g-16894231


Meine Schwester ist die Beste!