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Finanzbildung (Teil 2): Was ist eine Aktie? – Geldanlage einfach erklärt

Apple, Adidas oder Coca-Cola – viele Jugendliche kennen große Aktiengesellschaften aus ihrem Alltag. Doch was bedeutet es eigentlich, einen Teil eines solchen Unternehmens zu besitzen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der folgenden Unterrichtsidee (ca. eine Doppelstunde).

Warum das Thema in den Unterricht gehört

Aktien und Börsenkurse begegnen jungen Menschen heute nicht nur in Wirtschaftsmedien. Finanz-Apps, soziale Medien und sogenannte Finfluencer machen das Investieren zunehmend sichtbar und einfach zugänglich. Umso wichtiger ist es, grundlegende Zusammenhänge zu verstehen. Jugendliche sollten wissen, was eine Aktie überhaupt ist, warum Unternehmen Aktien ausgeben, wie Kurse entstehen und welche Chancen und Risiken bestehen.
Der Unterricht bietet dabei die Möglichkeit, nicht Anlageempfehlungen zu geben, sondern finanzielle Entscheidungs- und Urteilskompetenz aufzubauen.

Einstieg: „Bei welchen Unternehmen seid ihr Kunde?“ (ca. 5 min)

Zum Einstieg könnt ihr (auch mithilfe der KV) eure Lernenden fragen, welche Produkte bzw. Dienstleistungen sie von welchen Unternehmen in ihrem Alltag häufig und/oder gerne nutzen. Oft nennen die Jugendlichen dann sehr bekannte (und auch börsennotierte) Unternehmen wie Apple, Meta (WhatsApp, Instagram), Alphabet (Google), Nike, Adidas, Coca-Cola, McDonald’s etc.
Ihr könnt anschließend mit der Frage überleiten, ob es nicht eine gute Idee sei, als (zufriedene) Kundinnen und Kunden auch an dem Unternehmen und seinem Erfolg beteiligt zu sein. Hierbei ergibt sich die Frage, wie eine Beteiligung überhaupt möglich wäre. Eine Möglichkeit sind Aktien.

Erarbeitung I: Aktien und Aktiengesellschaften
(ca. 10-15 min)

Erarbeitet gemeinsam das Grundprinzip einer Aktie: Eine Aktie verbrieft als ein Wertpapier einen Anteil an einem Unternehmen (einer Aktiengesellschaft). Aktionäre werden damit Miteigentümer mit bestimmten Rechten.
Ihr könnt in diesem Zusammenhang folgende Leitfragen stellen:

Mögliche Antwort: Unternehmen verkaufen Anteile an ihrem Unternehmen, um dadurch neues Geld (liquide Mittel) für weitere Investitionen (z.B. neue Maschinen, Gebäude etc.) zu bekommen.

Mögliche Antwort: Miteigentümer wollen am Gewinn beteiligt sein. Deswegen zahlen einige Aktiengesellschaften eine Gewinnbeteiligung (=Dividende) aus. Miteigentümer wollen darüber hinaus auch über das Unternehmen mitbestimmen können. Aktionäre erhalten deswegen zusätzlich oft Stimmrechte auf der Hauptversammlung (=der jährlichen Versammlung aller Aktionäre einer Aktiengesellschaft) gemäß der Größenordnung ihrer Anteile an der Aktiengesellschaft.

Überleitung: Was macht Aktien als Geldanlage noch attraktiv?

Hierbei dürften einige Schüler:innen die Chance auf Wert- bzw. Kurssteigerungen nennen. Falls das nicht der Fall ist, könnt ihr der Lerngruppe ein Chart (= Kursverlauf) einer Aktie zeigen. (Solche Charts sind schnell online einsehbar, z.B. über die Google Suche oder TradingView oder Yahoo Finance). Anhand des Charts könnt ihr schnell zeigen, dass sich der Kurs bzw. Preis einer Aktie stark (sowohl positiv als auch negativ) verändern kann.

Erarbeitung II: Der Kurs einer Aktie (ca. 15 min)

Fragt eure Lernenden, ob sie bereits Dinge über einen Online-Marktplatz (wie eBay oder Vinted) ver- oder gekauft haben, und lasst sie Vermutungen darüber anstellen, wie der Preis für die dort angebotenen Produkte zustande kommt. Hier werden die Schüler:innen sicher das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage nennen.

Erläutert der Lerngruppe, dass dasselbe Prinzip von Angebot und Nachfrage auch bei der Entwicklung des Preises einer Aktie (=Aktienkurs) wirkt. Bei hoher Nachfrage nach einer bestimmten Aktie und geringem Angebot steigt der Kurs der Aktie. Bei geringer Nachfrage nach einer bestimmten Aktie und großem Angebot fällt der Kurs.

Lasst die Lernenden daraufhin in Partner- oder Gruppenarbeit folgende Fragen erarbeiten (siehe Kopiervorlage):

  1. Welche Gründe könnte es dafür geben, dass die Nachfrage nach einer bestimmten Aktie
    a. besonders groß ist?
    b. besonders gering ist?
  2. Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für Aktionäre?

Sicherung und Abschluss (ca. 10-15 min)

Sichert eure Ergebnisse, indem ihr sie im Plenum vergleicht, ergänzt und kommentiert.
Zum Abschluss könnt ihr die Eingangsfrage wieder aufgreifen: Sollte man als (zufriedene) Kundinnen und Kunden eines Unternehmens auch dessen Aktie kaufen?

Weiterführung oder Hausaufgabe

Mit der folgenden Aufgabe könnt ihr das Thema vertiefen.

  1. Recherchiert ein Beispiel für eine besonders positive Entwicklung einer Aktie und ein weiteres Beispiel für eine besonders negative Entwicklung einer Aktie. Legt einen klaren Zeitraum fest.
  2. Welche Faktoren könnten die jeweilige Entwicklung des Aktienkurses erklären? Nennt eure Quellen.
  3. Erarbeitet auf Grundlage eurer gewählten Beispiele Kriterien für die Auswahl von Aktien als mögliche Geldanlage. Welche Informationen würdet ihr prüfen?

Tipps für eine erfolgreiche Unterrichtseinheit

  • Arbeitet mit bekannten Unternehmen aus der Lebenswelt der Lernenden, das ist besonders motivierend.
  • Setzt den Handel mit Aktien nicht mit kurzfristigem Trading gleich. Ein Investment in Aktien ist häufig eine langfristige und zielgerichtete Investition in ausgewählte Unternehmen. Beim Trading hingegen spekuliert man vor allem auf sehr kurzfristige Kursschwankungen.
  • Thematisiert Chancen und Risiken gleichermaßen.
  • Unterscheidet sorgfältig zwischen den Begriffen „Unternehmen“, „Aktiengesellschaft“ und „Aktien“,
  • Betont, dass ihr in keiner Weise eine Anlageberatung betreibt oder Aktienempfehlungen ausgebt, sondern lediglich das Thema „Aktien und Börsen“ verständlich machen wollt.
  • Erläutert, dass nicht der schnelle Weg zu Reichtum, sondern finanzielle Urteilsfähigkeit das Ziel ist.
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Über den Autor

Christopher Herting

Christopher Herting ist Lehrer am Gymnasium und unterrichtet Englisch, Erdkunde, Philosophie/Praktische Philosophie sowie die Banking AG

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